Als Peter Joseph Lenné im Jahr 1840 den Verschönerungsplan für das Gut Gültz zeichnete, entstand einer jener Landschaftsgärten, die noch heute zu den bedeutendsten in Norddeutschland zählen. Der Lenné-Park Gültz erstreckt sich auf 15 Hektar südlich und östlich des Herrenhauses – Gartenkunst des 19. Jahrhunderts im Tollensetal.
Peter Joseph Lenné und Gültz
Peter Joseph Lenné (1789–1866) war der bedeutendste deutsche Gartenkünstler des 19. Jahrhunderts. Als Generaldirektor der Königlich Preußischen Gärten gestaltete er unter anderem den Tiergarten in Berlin, die Pfaueninsel und Teile des Parks Sanssouci in Potsdam. Dass er auch für das pommersche Gut Gültz einen Entwurf anfertigte, zeigt die Stellung, die der Besitz der Familie von Maltzahn genoss.
Die Region um Gültz gehört zu den Landschaften mit der dichtesten Konzentration von Lenné-Parks in Deutschland. Weitere Lenné-Anlagen in der Umgebung finden sich in Ivenack, Kummerow und Basedow – zusammen bilden sie eine einzigartige Kulturlandschaft.
Rundgang durch den Park
Der Park wurde im englischen Landschaftsstil angelegt: keine geometrischen Beete, sondern sanft geschwungene Wege, Sichtachsen und die kunstvolle Inszenierung von Wasser, Wiese und Baumgruppen.
Der Schlossteich
Südöstlich des Herrenhauses liegt der Schlossteich – ein stilles Gewässer, das am nordwestlichen Ufer eine offene Lichtung zum Schloss hin bildet. Süd- und Ostufer sind von einem dichten Baumstreifen gesäumt; ein Weg führt durch das kleine Waldstück am südlichen Ufer. Hier steht in der Saison auch unser Glamping-Zelt.
Der Eiskeller
Ein Stück vom Herrenhaus entfernt steht ein alter Eiskeller – im 19. Jahrhundert unverzichtbar zur Kühlung von Lebensmitteln. Der gemauerte Gewölbekeller ist noch gut erhalten und gehört zu den atmosphärischsten Ecken des Parks.
Die Magnolie
Gleich hinter dem Herrenhaus zieht eine stattliche alte Magnolie die Blicke auf sich. In Norddeutschland ein seltener Anblick – sie profitiert vom geschützten Mikroklima des Parks.
Der Baumbestand
Zum historischen Baumbestand gehören Fleischrote Rosskastanien, Platanen, Pyramideneichen und zahlreiche weitere Arten, die bewusst für ihre Wuchsform und Herbstfärbung ausgewählt wurden. Viele Bäume sind über 200 Jahre alt.
Das Wirtschaftsgebäude
Nördlich des Herrenhauses steht die Ruine des ehemaligen Geflügelhauses – ein kleiner Fachwerkbau auf einem hohen Feldsteinsockel. Das Gebäude gehört zu den historischen Wirtschaftsgebäuden des Guts und wartet auf seine Restaurierung.
Den Park besuchen
Der Lenné-Park ist ganzjährig zugänglich. Besonders empfehlenswert sind die geführten Parkrundgänge während der MittsommerRemise im Juni (Rückblick 2026) sowie unsere Gruppenführungen nach Voranmeldung.
In der Saison von Mai bis Oktober können Sie im Park auch glampen – eine seltene Gelegenheit, in einem Lenné-Park aufzuwachen. Mehr zur Anlage, zu den Sichtachsen und den historischen Plänen auf der Seite zum Lenné-Park.
Schloss Gültz, Parkstraße 12, 17089 Gültz. Kontakt und Anfahrt.