Schloss Gültz
Wappen von Maltzahn-Gültz
Schloss Gültz
Historisches Herrenhaus · Anno MDCCCLXXII
Sprache · Language · Język

Geschichte

Schloss Gültz – ein Kleinod spätklassizistischer Architektur im ehemaligen Kreis Demmin, Provinz Pommern

📍 Historische Lage

Schloss Gültz liegt im ehemaligen Kreis Demmin der preußischen Provinz Pommern. Gültz gehörte bis 1945 zu Pommern und kam erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu Mecklenburg. Heute befindet sich das Anwesen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, Mecklenburg-Vorpommern.

Wappen derer von Maltzahn

Das Wappen derer von Maltzahn

Das gespaltene Stammwappen zeigt rechts in Blau übereinander zwei abgerissene goldene Hasenköpfe und links in Gold am Spalt einen entwurzelten roten Weinstock mit einer roten Traube zwischen zwei roten Blättern. Auf dem Helm mit rechts blau-goldenen und links rot-goldenen Decken stehen sieben goldene Pfähle vor einem Pfauenwedel von sieben Federn. Die Wappenfarben sind Blau und Gold.

Die Familie von Maltzahn zählt zum mecklenburgisch-pommerschen Uradel und ist seit 1194 urkundlich belegt. Um 1900 verfügten die Maltzahn über Güter mit einem Umfang von über 44.000 Hektar.

„Nec timide, nec tumide, sed omnia moderate"
– Nicht furchtsam, nicht verwegen, sondern alles mit Maß
Ahnenprobe

Aufschwörungstafeln des Johanniterordens

Wer in den Johanniterorden aufgenommen werden wollte, musste seine adlige Abstammung mit einer kolorierten Ahnentafel nachweisen. Zwei dieser „Aufschwörungstafeln" für Mitglieder der Familie von Maltzahn haben sich im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz erhalten – sie stammen aus den verwandten Häusern Wolde und Rothmannshagen. Rothmannshagen gehörte um 1800 auch dem Gültzer Zweig: Helmuth Dietrich von Maltzahn (geb. 1763), der Großvater des Schlossbauherrn, war Herr auf Rothmannshagen, Gültz und Prützen.

Aufschwörungstafel für Bogislav Helmuth von Maltzahn, 16 Ahnenwappen
Bogislav Helmuth von Maltzahn auf Wolde, Castorff, Schossow und Zwiedorf, königl. preuß. Capitain, geb. 1724 in Wolde – 16 Ahnen in vier Generationen. GStA PK, X. HA Brandenburg, Rep. 9, Nr. 641
Aufschwörungstafel für Gustav Theodor Hellmuth Dieterich von Maltzahn, Berlin 1801, 16 Ahnen
Gustav Theodor Hellmuth Dieterich von Maltzahn, geb. 3. Dezember 1788 in Rothmannshagen, Sohn des Albrecht Joachim von Maltzahn, Graf von Plessen – Aufschwörung Berlin, Dezember 1801, 16 Ahnen in vier Generationen. GStA PK, X. HA Brandenburg, Rep. 9, Nr. 1154
Lithografie Frau von Behr-Semlow, geborene von Maltzahn, um 1840
„Frau von Behr-Semlow, geb. v. Maltzahn" – Lithografie, um 1840. Perlenkette, Spitzenhaube und Pelzstola: die Tracht des pommerschen Landadels im Biedermeier.
Die Familie

Die Familie von Maltzahn-Gültz

Zwei Generationen prägten Schloss Gültz und hinterließen ihre Spuren in der deutschen Geschichte

Vorgeschichte

Wie das „Haus Gültz“ entstand

Als eigener Zweig der Familie beginnt das Haus Gültz mit Axel Heinrich Ludwig von Maltzahn (* 8. November 1808 in Gültz), dem jüngsten Sohn des Helmuth Dietrich. Er studierte Jura in Bonn und Berlin und legte 1836 das Assessorexamen ab. Im März desselben Jahres starben sein Vater und sein älterer Bruder Eduard; Axel übernahm Gültz und Hermannshöh zum Anschlag von 240.800 Talern und schied aus dem Justizdienst aus. Am 28. November 1838 heiratete er in Schwerin Auguste von Lützow (1820–1891), die Tochter des mecklenburgischen Staatsministers Ludwig von Lützow, und zog mit ihr nach Gültz. 1840 bestellte er bei Lenné den Verschönerungsplan für den Park, 1841 wurde er Landrat des Kreises Demmin – und starb wenige Wochen später, am 12. Februar 1841, mit 32 Jahren am Nervenfieber. Sein einziger Sohn Helmuth war gerade ein Jahr alt.

Die junge Witwe heiratete 1849 in Gültz den Landrat Hermann von Heyden auf Leistenow; so kamen die Stiefbrüder von Heyden in Helmuths Leben. Seit 1847 unterrichtete ihn der Hauslehrer Julius Lappe, der von 1851 bis 1887 Pfarrer in Gültz war und ihm ein Leben lang freundschaftlich verbunden blieb. „Tante Auguste“, wie man sie im Alter überall nannte, starb 1891 in Demmin und wurde im Gültzer Erbbegräbnis neben ihrem ersten Mann beigesetzt. Das Demminer Tageblatt beschrieb ihr Begräbnis im Mai 1891 ausführlich: die Trauerfeier im Sterbehaus in Demmin, der Zug durch Treptower und Anklamer Straße mit dem Offizierkorps der Ulanen, Geistlichen der Demminer und Treptower Synode, Diakonissen und den Vorständen von Elisabeth-Stiftung, Frauenverein und Siechenhaus. Ihr Enkel Gerhard von Maltzahn trug ihr Verdienstkreuz auf einem Kissen voran. Am Bahnhof wurde der Sarg in einen Eisenbahnwagen gehoben und nach Gültz gebracht. Der Pastor nannte sie in seiner Rede eine „Diakonissin von Gottes Gnaden“; viele Arme und Kranke, sagte er, könnten von sich sagen: „Wir haben eine Mutter verloren.“ (Demminer Tageblatt, 60. Jg., Nr. 110, 14. Mai 1891; Abschrift von 1992, Archiv Schloss Gültz)

Quelle: Berthold Schmidt, Geschichte des Geschlechts von Maltzan und von Maltzahn, Abschnitt „Das Haus Gültz“, S. 93–108.

Helmuth Freiherr von Maltzahn-Gültz

DER VATER · OBERPRÄSIDENT VON POMMERN
* 6. Januar 1840 in Gültz · † 11. Februar 1923 in Gültz
⚭ 1867 Anna von Rohrscheidt (* 10. Oktober 1847 in Annaburg · † 26. November 1913 in Stralsund)
Holzstich: Porträts aus dem deutschen Reichstag, Nr. 30 – Helmut Frhr. v. Maltzahn-Gültz, junger Mann mit Vollbart
Als Reichstagsabgeordneter: Holzstich „Porträts aus dem deutschen Reichstag: 30.“
Helmuth Freiherr von Maltzahn-Gültz, Oberpräsident der Provinz Pommern
Im Alter, als Oberpräsident
Helmuth Freiherr von Maltzahn-Gültz um 1908, sitzend im hellen Anzug mit Weste, die Hände gefaltet, weißer Bart
Um 1908 – Bildtafel der „Pommerschen Lebensbilder“ II, 1936

Studium der Rechte in Erlangen, Heidelberg (Corps Vandalia, mit 18 Jahren Senior) und Berlin; Studienreisen in die Schweiz, nach Südfrankreich und Italien, 1862 mit Robert von Puttkamer drei Monate durch England und Schottland. Regierungsreferendar in Koblenz, Wetzlar, Anklam und Stettin, 1866 Regierungsassessor. Einjährig-Freiwilliger 1859/60 beim 2. Garde-Ulanen-Regiment; 1866 und 1870/71 als Offizier beim Kürassier-Regiment „Königin“ in Pasewalk, am 28. November 1870 bei Beaune-la-Rolande schwer verwundet (EK II). Die Pasewalker Kürassiere. Erbauer von Schloss Gültz (1868–1872). Reichstagsabgeordneter für den Wahlkreis Anklam-Demmin (1871–1888), ab 1884 Vorsitzender der Budgetkommission. Staatssekretär im Reichsschatzamt (1888–1893) auf Vorschlag Bismarcks. Oberpräsident der Provinz Pommern in Stettin (1900–1911). Erblandmarschall von Altvorpommern (1909) – der letzte. Gründer der Historischen Kommission für Pommern (1911). Zweifacher Ehrendoktor der Universität Greifswald: Dr. jur. h. c. am 18. Januar 1901, zur 200-Jahr-Feier des Königreichs Preußen, und D. theol. h. c. 1921 „wegen seiner Betätigung auf kirchlichem Gebiet und seiner überzeugungstreuen Haltung in den Revolutionswirren“ (B. Schmidt; Universitätsarchiv Greifswald). Johanniterorden: Ehrenritter 1875, Rechtsritter 1883, Kommendator der Pommerschen Genossenschaft 1894, seit 1916 Kanzler des Ordens.

Er besaß das Rittergut Gültz (1.100 ha), Schossow (579 ha), Werder (730 ha) und Wodarg (924 ha) – insgesamt über 3.300 Hektar im Kreis Demmin.

A. Freiherr von Maltzahn-Gültz
Kgl. Preuß. Wirklicher Geheimer Rat
Oberpräsident der Provinz Pommern

Axel Freiherr von Maltzahn

DER SOHN · GEHEIMER OBERREGIERUNGSRAT
* 17. Februar 1868 in Gültz · † 3. März 1931 in Gültz

Ältester Sohn des Oberpräsidenten, geboren noch im alten Fachwerkhaus. Katharineum Lübeck, Abitur 1886 am Joachimsthalschen Gymnasium Berlin, Studium in Heidelberg (Corps Vandalia) und Berlin; Einjährig-Freiwilliger 1890/91 beim Kürassier-Regiment „Königin“ in Pasewalk, dort Rittmeister d. R. Landrat des Kreises Grimmen (1900–1911; Hafen Stahlbrode, Bahn nach Loitz 1906; Rücktritt nach dem Becker-Prozess 1910/11), 1912 Oberpräsidium Magdeburg, ab 1914 Geheimer Oberregierungsrat und Vortragender Rat im Preußischen Landwirtschaftsministerium; 1914/15 Kommandeur einer Munitionskolonne in West und Ost (EK). Ab 1919 Herr auf Hermannshöh, ab 1923 in Gültz. Stationen im Archiv · Johanniterorden: Ehrenritter 1899 (damals Regierungsassessor in Bergen auf Rügen), Ehrenkommendator der Pommerschen Genossenschaft (1923). Ein vielseitiger Kopf: Horaz-Kenner, Mathematiker, Sternenfreund, Geiger und Wagnerianer.

Heiratete 1898 Helene von Platen. Sechs Kinder – die Tochter Gisela (* 18. Dezember 1901 in Grimmen) starb am 3. Januar 1902 –, darunter Sohn Helmuth, der das Gut bis 1945 weiterführte. Dessen Sohn Axel (1932–2024), in Gültz geboren und getauft, blieb dem Haus bis zuletzt verbunden – Michael Schneider durfte ihn noch persönlich kennenlernen.

Axel Freiherr von Maltzahn
Geheimer Regierungsrat
und vortragender Rat im Ministerium
für Landwirtschaft, Domänen und Forsten
Berlin-Lichterfelde, Bahnstraße 24
Die nächste Generation

Die Kinder von Helmuth und Anna von Maltzahn

Helmuth von Maltzahn und Anna von Rohrscheidt heirateten am 22. Februar 1867 in Erfurt. Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor; der Sohn Christoph starb im Oktober 1872 zwei Tage nach der Geburt. Fünf wuchsen auf – drei Söhne und zwei Töchter. Axel, Agnes und Helmuth kamen noch im alten Fachwerkhaus zur Welt, Elsbeth und Gerhard schon im neuen Schloss.

Atelier-Gruppenbild: elf Personen, in der Mitte vorn sitzend ein älterer Herr mit Ordensstern, um ihn Söhne, Töchter und Schwiegerkinder
Die Familie im Fotoatelier, um 1905/1911: vorn rechts sitzend Helmuth von Maltzahn mit Ordensstern, hinter ihm stehend seine Frau Anna; dazu die Söhne Axel, Helmuth und Gerhard, die Töchter Agnes von Gadow und Elsbeth von Gerlach sowie Schwiegertöchter und Schwiegersöhne – so die Namensliste auf der Rückseite, aufgeschrieben von einem Enkel. Archiv Schloss Gültz.

Axel

* 17. Februar 1868 in Gültz · † 3. März 1931 in Gültz
⚭ 1898 Helene von Platen (1879–1942)

Erbe von Gültz. Landrat des Kreises Grimmen, 1912 Regierungsrat in Magdeburg, ab 1914 Geheimer Oberregierungsrat im Preußischen Landwirtschaftsministerium. Sechs Kinder (Gisela, * 18.12.1901, † 3.1.1902); sein Sohn Helmuth führte das Gut bis 1945.

Agnes

* 30. April 1869
⚭ 1887 in Gültz August von Gadow (1861–1929)

Heiratete 1887 in die vorpommersche Adelsfamilie von Gadow. Ihr Mann war Rittmeister a. D. und Herr auf Drechow bei Tribsees, seit 1914 Ehrenritter des Johanniterordens.

Helmuth

* 22. Dezember 1870 in Gültz · † 1. Juni 1959 in Bückeburg
⚭ 1912 Freda von Arnim (1889–1963)

Verwaltungsjurist: 1899 Regierungsassessor in Prenzlau, 1904–1914 Landrat des Kreises Prenzlau, dann Oberpräsidialrat in Potsdam. Ab 1919 Rittergutsbesitzer auf Schossow bei Treptow an der Tollense. Ehrenkommendator des Johanniterordens (1953). 1914/15 Rittmeister der Reserve des Kürassier-Regiments „Königin“, Kommandant des Hauptquartiers des XXIII. Reservekorps in Flandern.

Elsbeth

* 24. Januar 1874
⚭ 1893 in Gültz Servaz von Gerlach (* 1868)

Ihr Mann Servaz von Gerlach, ein Sohn des Landrats Friedrich von Gerlach, war Major a. D. und Rittergutsbesitzer auf Rohrbeck in der Neumark, seit 1918 Ehrenritter des Johanniterordens. 1909 übernahm Elsbeth vom Vater das Gut Crampe im Kreis Arnswalde, das er wieder aufgeforstet hatte.

Gerhard

* 25. Juni 1877
⚭ 1907 Helene von Borcke (1884–1946)

Königlich preußischer Rittmeister d. R. im Kürassier-Regiment „Königin“ (zuvor dort aktiver Offizier), Herr auf Wodarg und Werder – die beiden Güter hatte der Vater 1881 erworben. Zwölf Kinder, darunter der 1910 in Wodarg geborene Günther.

Quellen: Berthold Schmidt, Geschichte des Geschlechts von Maltzan und von Maltzahn, Abschnitt „Das Haus Gültz“, S. 105–108; Wikipedia-Artikel zu Helmuth von Maltzahn (Oberpräsident), Axel von Maltzahn (Landrat, 1868), Helmuth von Maltzahn (Verwaltungsjurist) und Günther von Maltzahn. Angaben, die sich nicht sicher belegen lassen, sind weggelassen.

Aus dem Familienkreis

Ein Gruß aus Schossow, 1927

Karte mit Federzeichnung des Gutshauses Schossow, handschriftlich datiert Tützpatz Kr. Demmin, 19. März 1927
Karte mit Federzeichnung des Gutshauses Schossow, datiert „Tützpatz Kr. Demmin, 19.3.27“
Schluss der Karte mit Unterschrift Freda v. Maltzahn
„… hier war es so warm, daß ich meine kl. Küken alle draußen hatte. Grüßen Sie die Herrschaften alle sehr.“ – Unterschrift: Freda v. Maltzahn

Freda von Maltzahn geb. von Arnim (1889–1963), seit 1912 verheiratet mit Helmuth von Maltzahn, dem zweiten Sohn des Schlossbauherrn, schreibt aus Schossow – postalisch „Tützpatz Kr. Demmin“ – an „Ida“ – wohl dieselbe Ida Schultz in Drechow, an die schon 1917 eine Karte aus Gültz ging (weiter unten bei den Ansichtskarten): Sie dankt für ein Rezept, das man zu Ostern ausprobieren will, und erinnert sich an die Tage in Drechow, auf dem Gut ihrer Schwägerin Agnes von Gadow, von deren Essen man noch drei Tage satt gewesen sei. Zwei kleine Karten, zehn Jahre auseinander, die zeigen, wie eng die Häuser Gültz, Schossow und Drechow miteinander verbunden waren.

Aus dem Haus Schossow

Zwei Lebenswege aus der Familie

Schossow gehörte zum Besitz des Schlossbauherrn; ab 1919 saß dort sein Sohn Helmuth mit Freda von Arnim. Aus diesem Zweig – in der Familienzählung das „Haus Schossow“ – kommen zwei Menschen, deren Wege weit über Pommern hinausführten: Helmuths Schwiegersohn und sein Enkel.

Kurt Freiherr von Plettenberg

* 31. Januar 1891 in Bückeburg · † 10. März 1945 in Berlin
⚭ 5. September 1934 in Schossow Arianne Freiin von Maltzahn (1914–1974), Tochter Helmuths

Ab 1937 Hofkammerpräsident des Hauses Schaumburg-Lippe in Bückeburg, ab 1941 Leiter der Generalverwaltung des vormals regierenden preußischen Königshauses. Er gehörte zum engen Kreis der Verschwörer des 20. Juli 1944 und war an den Vorbereitungen des Staatsstreichs beteiligt. Am 3. März 1945 verhaftet, stürzte er sich auf dem Weg zum Verhör im Gestapo-Hauptquartier aus einem Fenster im vierten Stock in den Tod – um unter der Folter keine noch unentdeckten Mitverschworenen preiszugeben. Sein Schwiegervater Helmuth von Maltzahn-Schossow starb 1959 ebenfalls in Bückeburg.

Paul Freiherr von Maltzahn

* 18. Januar 1945 in Demmin · † 21. Mai 2018 in Boldevitz (Rügen)
Diplomat · Urenkel des Schlossbauherrn

Sohn von Hans-Axel Freiherr von Maltzahn (* 1913, seit 1944 vermisst) und der Niederländerin Anna Mathilde van Stockum, Enkel Helmuths von Schossow und Urenkel des Schlossbauherrn; Arianne von Plettenberg war seine Tante. Wenige Monate vor Kriegsende in Demmin geboren – sein Vater kehrte aus dem Krieg nicht zurück –, studierte er Rechtswissenschaft, Geschichte und Arabistik in Heidelberg, München und Hamburg und am Institut d'études politiques in Paris – und wurde 1964 Heidelberger Corpsstudent (Vandalo-Guestphalia) – wie schon der Schlossbauherr ein Jahrhundert zuvor in Heidelberg. Nach dem Eintritt in den Auswärtigen Dienst 1970 führte ihn sein Weg fast ganz durch die arabische und islamische Welt: Attaché in Irland, Pressereferent in Beirut, Kulturreferent in Paris, 1980–1984 Ständiger Vertreter des Botschafters in Damaskus, danach im Auswärtigen Amt in Bonn (Kultur- und Bildungspolitik), 1989 Ständiger Vertreter in Algier, 1991–1996 Leiter des Organisationsreferats der Zentralabteilung, danach Gesandter in London.

Dann drei Botschafterposten in Folge: Kairo (2000–2003), Teheran (2003–2006) – in einer gespannten Zeit, als eine iranische Zeitung 2004 schon seine Abberufung meldete und die Regierung dies tags darauf dementierte – und Jakarta für Indonesien und Osttimor (2006–2009). Von Herbst 2009 bis Sommer 2010 leitete er die deutsche Botschaft in Bagdad, in den Monaten des amerikanischen Truppenabzugs.

Ab September 2010 führte er die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik in Berlin, zuletzt als Generalsekretär bis 2014. Dort baute er das Nahost-Programm mit auf und holte Staatsgäste zum Gespräch – 2013 etwa den iranischen Außenminister Ali Akbar Salehi, mitten in den Verhandlungen über das Atomabkommen. In ihrem Nachruf würdigte ihn die DGAP als herausragenden Diplomaten und leidenschaftlichen Außenpolitiker – und erinnerte an seinen Humor und seine Menschlichkeit. Er starb am Pfingstmontag, dem 21. Mai 2018, mit 73 Jahren in Boldevitz auf Rügen – wieder in Vorpommern, wo er geboren war.

Quellen: Wikipedia, Artikel „Kurt von Plettenberg“ und „Paul Freiherr von Maltzahn“ (Nr. 1667 der Geschlechtszählung, „Haus Schossow“); DGAP, „Die DGAP trauert um Paul Freiherr von Maltzahn“ (2018); politik&kommunikation, „Von Maltzahn leitet Geschäfte der DGAP“ (2010); Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser A, Bd. II (GHdA 13), Glücksburg 1956, S. 287–292; Maltza(h)nscher Familienverband (Hrsg.), Maltza(h)n 1945–2019, Rostock 2020.

Verwandtschaft

Verbunden mit den Häusern Pommerns, Mecklenburgs und der Mark

Über Heiraten war das Haus Gültz in vier Generationen mit elf weiteren Adelsfamilien verbunden, von Mecklenburg bis in die Neumark. Die Übersicht nennt nur Verbindungen, die sich belegen lassen.

Das Haus Gültz entsteht · um 1808–1849

von Brockhusen

Axel Heinrich Ludwig von Maltzahn (1808–1841), der Begründer des Hauses Gültz, war der Sohn der Wilhelmine von Maltzahn geb. von Brockhusen.

von Lützow

⚭ 28. November 1838 in Schwerin: Axel heiratet Auguste von Lützow (1820–1891), die Tochter des mecklenburg-schwerinschen Staatsministers Ludwig von Lützow.

von Brandenstein

Augustes Mutter Sophie war eine geborene Freiin von Brandenstein (1796–1876). Sie war die Großmutter des Schlossbauherrn.

von Heyden

⚭ 1849 in Gültz: Die verwitwete Auguste heiratet den Landrat Hermann von Heyden auf Leistenow. Seine Söhne wurden die Stiefbrüder des jungen Helmuth.

Der Bauherr · 1867

von Rohrscheidt

⚭ 22. Februar 1867 in Erfurt: Helmuth von Maltzahn (1840–1923) heiratet Anna von Rohrscheidt (1847–1913). Das Paar hatte sechs Kinder.

Die Kinder des Bauherrn · 1887–1912

von Gadow

⚭ 1887 in Gültz: Agnes heiratet August von Gadow (1861–1929), Rittmeister a. D. und Herr auf Drechow bei Tribsees.

von Gerlach

⚭ 1893 in Gültz: Elsbeth heiratet Servaz von Gerlach, Major a. D. und Herr auf Rohrbeck in der Neumark.

von Platen

⚭ 17. Mai 1898 in Schaprode auf Rügen: Axel, der Erbe von Gültz, heiratet Helene von Platen (1879–1942) aus dem Haus Poggenhof, die „Rose von Rügen“. Ihre Mutter Helene geb. von der Lancken stammte aus Lanckensburg und starb 1915 in Poggenhof. Mehr im Archiv

von Borcke

⚭ 1907: Gerhard, Herr auf Wodarg und Werder, heiratet Helene von Borcke (1884–1946) aus dem Haus Demnitz und Millnitz.

von Arnim

⚭ 1912: Helmuth, später Herr auf Schossow, heiratet Freda von Arnim (1889–1963).

Die Enkelgeneration · 1934–1945

von Plettenberg

⚭ 5. September 1934 in Schossow: Arianne von Maltzahn (1914–1974), Helmuths Tochter, heiratet Kurt von Plettenberg. Er gehörte zum Widerstand des 20. Juli 1944. Nach seiner Verhaftung im März 1945 nahm er sich im Gestapo-Hauptquartier Berlin das Leben, um die Mitverschworenen nicht zu verraten.

Grafen von Platen-Hallermund

Helmuth von Maltzahn (1900–1984), Axels Sohn und bis 1945 der letzte Herr auf Gültz, war mit Alexandra Reichsgräfin von Platen-Hallermund verheiratet. Ihr Sohn ist der Historiker Christoph Freiherr von Maltzahn (* 1943 in Greifswald). So heirateten Vater und Sohn beide in das Haus Platen.

Quellen: Berthold Schmidt, Geschichte des Geschlechts von Maltzan und von Maltzahn, Abschnitt „Das Haus Gültz“; Wikipedia-Artikel zu Axel von Maltzahn (Landrat, 1808 und 1868), Helmuth von Maltzahn (Oberpräsident und Verwaltungsjurist), Günther von Maltzahn, Kurt von Plettenberg und Christoph von Maltzahn. Für die Zeit bis 1945 außerdem: Maltza(h)nscher Familienverein (Hrsg.), Die Maltza(h)n 1194–1945. Der Lebensweg einer ostdeutschen Adelsfamilie, Köln 1979.

Kinder der Familie von Maltzahn – Fotografie Franz Langhammer, Magdeburg, um 1900
Kinder der Familie von Maltzahn
Fotografie: Franz Langhammer, Magdeburg, um 1900
Axel Freiherr von Maltzahn als Ehrenkommendator der Pommerschen Genossenschaft des Johanniterordens, 1923
Johanniter-Orden · Pommersche Genossenschaft 1923
Axel Freiherr von Maltzahn als Ehrenkommendator
Aus dem Archiv

Ansichtskarte „Schloss Gülz (Pommern)", 1911

Historische Ansichtskarte Schloss Gülz (Pommern) mit Schlossteich und Schwan, gelaufen 1911
Bildseite: das Herrenhaus über den Schlossteich, mit Schwan – Aufdruck „Schloss Gülz (Pommern)"
Adressseite der Ansichtskarte, Poststempel Gültz (Pomm.) 4. September 1911
Adressseite: Poststempel „Gültz (Pomm.)" vom 4. September 1911, 5-Pfennig-Germania – adressiert an Fräulein Emma Wolff, Leipzig-Eutritzsch

Eine der frühen fotografischen Ansichtskarten des Schlosses. Sie zeigt das Haus rund vierzig Jahre nach seiner Fertigstellung – noch mit der ursprünglichen Fassadengliederung und dem damals offenen Teichufer. Sammlung Michael Schneider.

Grüße aus Gültz

Ansichtskarten und Grüße, um 1900 bis 1917

Ansichtskarte Gruss aus Gültz, Pom., 1904: links das Schloss mit Turm, rechts die Försterei mit Fachwerkscheune, dazwischen Tulpenranken
„Gruss aus Gültz, Pom.“ – links das Schloss mit Turm und verglaster Veranda, rechts die Försterei mit Fachwerkscheune; auf dem Weg ein Mann mit Fahrrad und ein Kind. Jugendstil-Rahmen mit Tulpenranken, handschriftlich datiert 10. März 1904, mit einem Geburtstagsgruß („zu deinem Wiegenfeste“).
Ansichtskarte Gruss aus Gültz, Pom., 1905: Parkseite des Schlosses über den Schlossteich mit zwei Schwänen
„Gruss aus Gültz, Pom.“ – die Parkseite über den Schlossteich, links zwei Schwäne. Datiert 23. April 1905; eine Familie Adler schreibt den Eltern, man sei „gut angekommen“, und hat sich rund um das Bild mit allen Namen verewigt.
Aquarell: Schloss Gültz über den Teich gesehen, mit Turm und blauem Schieferdach, rechts Fachwerk-Nebengebäude
Aquarell, Künstler und Datierung unbekannt: das Schloss über den Teich gesehen, mit Turm, blaugrauem Schieferdach und den Fachwerk-Nebengebäuden rechts – die Ansicht entspricht den Ansichtskarten der Zeit um 1900.
Ansichtskarte Gruss aus Gültz, um 1900: links die Hofseite mit Portikus und Turm, rechts die Parkseite über den Teich
„Gruss aus Gültz.“ – zwei Ansichten in einem Jugendstil-Rahmen mit Christrosen: links die Hofseite mit Portikus und Turm, rechts die Parkseite über den Teich. Handschriftlich datiert 19. August, die Jahreszahl ist abgeschnitten – um 1900.
Fotokarte, handschriftlich beschriftet Schloss Gültz Pom.: Hofseite mit Rasenrondell und den beiden Kanonen
Echte Fotografie auf Kartenkarton, von Hand beschriftet „Schloß Gültz Pom.“: die Hofseite mit dem Rasenrondell, davor die beiden Kanonen und die geschwungene Auffahrt.
Karte mit Poststempel Gültz 2.4.1917 an Fräulein Ida Schultz in Drechow bei Tribsees, unterzeichnet H. v. Maltzahn-Gültz
Poststempel Gültz, 2. April 1917, an Fräulein Ida Schultz in Drechow bei Tribsees: „Herzlichen Dank für den Brief zu Helmuths Einsegnung, der mich sehr erfreute. H. v. Maltzahn-Gültz“ – gemeint ist vermutlich die Konfirmation des Enkels Helmuth (* 1900), des späteren letzten Gutsherrn.
Ansichtskarte Gültz i. Pomm.: oben das Herrenhaus mit Turm hinter der Auffahrt, unten Gasthof und Schmiede E. Messinger am Dorfteich
Schloss und Dorf

„Gültz i/Pomm.“ – Herrenhaus und Gasthof

Eine Fotokarte, die Schloss und Dorf zusammenbringt: oben das „Herrenhaus“ hinter der weiten Auffahrt, mit Turm und Portikus, davor Fuhrwerke; unten „Gasthof u. Schmiede E. Messinger“, dessen Giebel sich im Dorfteich spiegelt, daneben ein Gehöft und der Holzzaun am Wasser.

Die Karte ist nicht datiert; Fotografie und Fraktur-Titel sprechen für die Zeit zwischen den Weltkriegen. Wer mehr über den Gasthof Messinger weiß, schreibt uns gern.

Ansichtskarte Gültz i. Pomm. – Forsthaus: zweigeschossiges Haus mit Mansarddach, Mittelgiebel mit Ochsenauge, Geweih über der Haustür, Fensterläden
„Gültz i. Pomm. – Forsthaus“: ein stattliches Haus mit Mansarddach und Mittelgiebel, Fensterläden, über der Haustür ein Hirschgeweih. Es ist nicht die alte, langgestreckte Försterei der Karte von 1904, sondern offenbar ein späterer Neubau für den Förster des Gutes. Undatiert.

Die Karten von 1904 und 1905 zeigen das Haus gut dreißig Jahre nach dem Einzug, noch mit der bauzeitlichen Fassadengliederung. Die Försterei, die auf der Karte von 1904 gleichberechtigt neben dem Schloss steht, gehörte zum Gut – aus dem Gültzer Wald, dem Rehhagen, stammten schon zwei Drittel des Bauholzes für das Schloss.

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Wie das Haus entstand

Aus den Erinnerungen des Bauherrn

Das alte Gültzer Haus, Fachwerkbau, davor Helmuth und Anna von Maltzahn
Das alte Gültzer Haus – der Fachwerk-Vorgängerbau, den Maltzahn in seinen Erinnerungen beschreibt; davor Helmuth zu Pferd und Anna im Wagen. Abbildung aus der unveröffentlichten Familienchronik derer von Maltzahn (Privatbesitz).
Helmuth und Anna von Maltzahn, Atelierfoto Heinr. Graf, Berlin
Helmuth von Maltzahn-Gültz und Anna geb. von Rohrscheidt – Atelier Heinr. Graf, Berlin, Friedrichstraße 165. Rückseitig bezeichnet „Onkel Helmuth u. Tante Anna Maltzahn".

1916 diktierte Helmuth von Maltzahn seine „Erinnerungen 1893–1900 mit Rückblicken auf frühere und Ausblicken auf spätere Jahre“. Das Typoskript ist nie gedruckt worden; es erzählt so genau vom Bau des Hauses, als stünde man noch auf der Baustelle. Die Zitate folgen der Vorlage.

Das alte Herrenhaus
„Das alte Haus war ein mit Ziegelsteinen ausgemauerter Fachwerkbau. Die unabgeputzten Wände, nur einen halben Stein stark, bildeten einen ungenügenden Wetterschutz, der Schnee trieb durch, und bei starkem Winde mußten wir uns von Luv nach Lee in das am meisten geschützte Zimmer flüchten. … In unserer Eßstube, dem sogenannten Saal, war in der Außenwand ein Ameisenbau … Mäuse gab es natürlich auch in großer Menge, einige davon hatten wir mit hingestreuten Brosamen ganz zahm gemacht.“
Fünfeinhalb Jahre wohnte das junge Paar im Fachwerkhaus, das Maltzahns Vorfahr Axel Albrecht gebaut hatte – der Grund für den Neubau.
Skizzen, Baurat Daniel, drei Bauführer
„Ich zeichnete zunächst Skizzen von Grundrissen, trat dann mit verschiedenen Baumeistern in Verbindung und entschloß mich dann, den Bau dem mecklenburgischen Baurat Daniel zu übergeben, nachdem ich das von ihm vor kurzem erbaute Haus des Grafen Schulenburg in Tressow … besichtigt hatte.“
Gebaut wurde 1868 bis 1872; während des Krieges 1870/71 ruhte die Arbeit, das Haus stand unter Dach, die Fenster waren zugemauert. Vor Ort leiteten nacheinander die Mecklenburger Andreas, Dietzold und Cleve den Bau.
Ein Findling für 144 Werkstücke
„Bei dem Suchen von Fundamentsteinen nahmen wir aber einen hinter der Sandkuhle liegenden, nur etwas über die Oberfläche hinausragenden Stein in Angriff, der sich beim Freigraben als ein ganz ungewöhnlich großer Granitblock erwies. … aus dem Gültzer Block wurden fast sämtliche Fenstereinfassungen hergestellt, er lieferte 86 Seitenstücke, 39 Deckplatten und 19 Sohlbänke.“
Zwei weitere Blöcke schenkten die Nachbarn aus Tützpatz und Seltz – sie wurden zu Türeinfassungen. So entstand das ganze Kellergeschoss aus Findlingsgranit.
Sandstein von der Unstrut, Holz aus dem Rehhagen
Gesimse, die Säulen des Vorbaus und die beiden polierten schwarzen Säulen der Halle sind aus Sandstein von Nebra an der Unstrut, auf dem Wasserweg bis Demmin gebracht. Geputzt wurde mit hydraulischem Kalk aus Brodhagen bei Rostock, zwei Drittel des Bauholzes kamen aus dem eigenen Wald, dem Rehhagen.
Selbstkritisch notiert der Bauherr, weder er noch Daniel hätten gewusst, wie viel Wasser der Nebraer Sandstein durchlässt – sonst hätte er für die Fenstergesimse ein anderes Material gewählt.
Stucco lucido aus Stockholm
„Für die Stuckarbeiten im Saal gab es damals in Europa nur einen einzigen Mann, einen Italiener namens de Thoma, dessen Leute diesen sogenannten Stuckolucido ausführen konnten. Diese Arbeiten führten hier zwei Italiener, ein Piemontese und ein Neapolitaner aus, die vorher in Stockholm gearbeitet hatten.“
Die Tischlerarbeiten lieferten die Gebrüder Reinhold in Schwerin, den Deckenputz die Greifswalder Firma Weidner.
Sommer 1872 – der erste Gast
Vor dem Umzug gab die Familie den Handwerkern im ausgeräumten Saal des alten Hauses ein Fest; die Handwerker der Gegend kamen mit ihren Fahnen. Dann wurde eine Demminer Ulanen-Schwadron einquartiert – mit ihr der Erbgroßherzog von Mecklenburg-Strelitz. Die Offiziere schliefen im fertigen Neubau, bevor die Familie selbst einzog.
„… daß er der erste Gast in meinem Hause gewesen wäre“, erinnerte der spätere Großherzog Maltzahn fast bei jeder Begegnung. Chef der Demminer Ulanen war seit 1863 sein Vater, Großherzog Friedrich Wilhelm. Die Demminer Ulanen und Gültz im Archiv
Zwei französische Kanonen, 1873
„Nun schaff' Dir für die Auffahrt ein paar französische Kanonen an“, riet der Vetter Rudolph Maltzahn aus Vollrathsruh im Sommer 1873 im Reichstag. Das Kriegsministerium überließ ihm zwei erbeutete Bronzegeschütze für zusammen 446 Taler; zwei Baugespanne holten sie in Neubrandenburg ab, und am Dorfeingang holte die Schuljugend sie feierlich ein.
Die eiserne Kanonenkugel vor der Haustür lag schon vor dem alten Haus – vermutlich aus dem Siebenjährigen Krieg.
Roter Salon, grüner Salon, Spiegelsaal
Neben dem Spiegelsaal, einer „Miniausgabe des Namensvetters in Versailles“, erhielt das Haus einen roten und einen grünen Salon. Kurz nach dem Einzug brach im Saal der Hausschwamm aus: Das ganze Parkett musste heraus, der Boden wurde neu und diesmal hohl verlegt, mit Lüftungsgittern unter den Fenstern – „seitdem hat sich nichts wieder gezeigt“.
Ansichtskarte Gruß aus Gültz, um 1910: Hofseite des Schlosses mit den beiden Kanonen
Die beiden Kanonen auf dem Rasenrondell vor der Hofseite – Ansichtskarte „Gruß aus Gültz, Pom.", um 1910. Im Giebel die Baudaten 1868 · 1872; die spätklassizistische Fassadengliederung ist noch vollständig erhalten. Sammlung Michael Schneider.
Ansichtskarte Gruss aus Gültz 1902 mit Bahnhof, Pfarrhaus und Kirche, Schloss
„Gruss aus Gültz i. Pommern", 1902 – Bahnhof, Pfarrhaus mit Kirche und Schloss; Verlag A. Steffen, Japenzin. Die älteste bekannte Fotopostkarte des Ortes, mit handschriftlichem Neujahrsgruß. Sammlung Michael Schneider.

Quellen: Helmuth Frhr. von Maltzahn-Gültz, Erinnerungen 1893–1900 mit Rückblicken auf frühere und Ausblicken auf spätere Jahre, aufgeschrieben 1916, Typoskript, unveröffentlicht; Lars Franke, „Mit einem Spiegelsaal und zwei Salons – Schloss Gültz bei Altentreptow“, Serie „Zu Gast im Schloss“, Nordkurier, 28./29. Juli 2001 (Salons, Versailles-Vergleich).

Aus dem Archiv

Die frühesten Fotografien des Hauses

Zwei Kabinettfotos eines Berliner Ateliers für Architektur- und Landschaftsfotografie zeigen das Haus, als die Bäumchen vor der Hofseite noch jung waren – vermutlich die ältesten erhaltenen Aufnahmen. Gut zu sehen: der Turm mit Uhr und Balustrade, die Markisen an den Fenstern der Parkseite und der Portikus mit Balkon, wie ihn Baurat Daniel entworfen hatte.

Frühe Fotografie der Hofseite von Schloss Gültz mit Portikus, Giebel mit Baudaten und Turm mit Uhr, davor Rasenrondell und junge Bäumchen
Hofseite mit Portikus, Giebel und Turm. Kabinettfoto, Atelier „G. J. Junk“ (Lesung unsicher), Photographie für Architektur und Landschaften, Steglitzer Straße 84, Berlin – wohl 1870er/1880er-Jahre. Archiv Schloss Gültz.
Frühe Fotografie der Parkseite von Schloss Gültz mit Markisen an den Fenstern, Terrasse und Turm, davor eine weite Rasenfläche
Parkseite mit Terrasse und Markisen, im Hintergrund der Turm mit Fahnenstange. Gleiches Atelier, gleiche Zeit. Archiv Schloss Gültz.
Blick über den Schlossteich auf Schloss Gültz zwischen hohen Bäumen, datiert 18. April 1919
„Gültz 18. 4. 1919.“ – Blick über den Schlossteich auf die Parkseite, im Frühjahr nach dem Ersten Weltkrieg, als Axel von Maltzahn die Güter übernahm. Archiv Schloss Gültz.
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Der Architekt

Georg Daniel (1829–1913)

* 15. Januar 1829 in Rehna · † 8. April 1913 in Schwerin · zuletzt Geheimer Oberbaurat

Als Maltzahn seinen Baumeister suchte, fiel die Wahl auf einen Mann, der gerade sein Handwerk auf den großen Baustellen des Nordens bewiesen hatte. Georg Daniel, Sohn des Bürgermeisters von Rehna, studierte ab 1846 an der Polytechnischen Schule in Hannover, arbeitete in München im Atelier von Friedrich Bürklein und besuchte ab 1851 die Kunstakademie. Von 1854 bis 1857 war er beim Umbau des Schweriner Schlosses tätig – dort lernte ihn der Großherzog schätzen –, danach drei Jahre im Wiener Büro von Franz Jakob Kreuter. 1861 kehrte er als Baukondukteur nach Mecklenburg zurück.

Mit dem Umbau von Schloss und Kirche in Ivenack (1863–1871) kam er zur Repräsentationsarchitektur auf dem Land; es folgten Gültz (1868–1872) und das Herrenhaus Vanselow (um 1870). Für Gültz zeichnete Daniel auf der Grundlage der Grundriss-Skizzen, die der Bauherr selbst entworfen hatte – entschieden hatte sich Maltzahn für ihn, nachdem er das kurz zuvor von Daniel gebaute Haus des Grafen Schulenburg in Tressow besichtigt hatte. 1874 bis 1880 leitete Daniel die Bauverwaltung in Mecklenburg-Strelitz, danach bis 1911 die in Schwerin. Zu seinen bekanntesten Werken zählen das Schweriner Hoftheater (1882–1886) und der Turm des Schweriner Doms (1889–1893); in Gültz baute er 1879 auch die Kirche um.

Wie ihn ein Kollege sah

1924, elf Jahre nach Daniels Tod, schrieb Geheimer Oberbaurat Johann Friedrich Pries in der Zeitschrift Mecklenburg des Heimatbundes über „Die Baumeister Mecklenburgs und ihre Werke“. Pries hatte den schon über Achtzigjährigen im Amt vertreten und kannte ihn gut. Für ihn war Daniel „ein Mann, der wie wenige jahrzehntelang das ganze Hochbauwesen im Lande beherrscht hat, oder richtiger in beiden Landen Mecklenburg“.

„Daniel folgte keiner bestimmten Kunstrichtung ausschließlich, suchte vielmehr in jedem Einzelfalle den Stil der Aufgabe anzupassen. … er stellte sich aber auch nicht so unter den Zwang des Stiles, daß er hinter der Stilgerechtigkeit die Schönheit zurückgestellt hätte.“

Unter Daniels Werken nennt Pries neben dem Schweriner Domturm und der Stadtkirche in Malchow ausdrücklich „mehrere ländliche Herrenhäuser im südöstlichen Mecklenburg und in Pommern“. Zu diesen Herrenhäusern in Pommern gehört Gültz, auch wenn Pries es nicht beim Namen nennt. Er rühmt Daniel als Förderer des heimischen Ziegelbaus und erinnert daran, dass der Ratzeburger Dom nach Daniels Plänen instand gesetzt und 1881 wieder eingeweiht wurde. Und er bewahrt eine kleine Szene: Als der Hochbetagte wieder einmal krank wurde, habe er sich geärgert, „daß er schon wieder durch Krankheit behindert werde, erst vor 75 Jahren habe er sich mit den Masern plagen müssen“ – Pries nennt ihn „einen der größten Lebenskünstler“.

Alle Bauten Georg Daniels →

Quellen: Joh. Friedr. Pries, „Die Baumeister Mecklenburgs und ihre Werke“, in: Mecklenburg. Zeitschrift des Heimatbundes Mecklenburg 19 (1924), Nr. 1 (Mai), S. 1–20, hier S. 17–20; Wikipedia, Artikel „Georg Daniel“; Architektenbiografien (glass-portal), Werkliste mit „1868–1872 Gültz/Pommern, Parkstraße 12: Herrenhaus (Schloß); erhalten“; Helmuth Frhr. von Maltzahn-Gültz, Erinnerungen, 1916 (Wahl des Baumeisters).

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Wie das Haus bewohnt war

Die Räume vor 1945

Die Familienchronik bewahrt zwei Schätze: eine Reihe von Innenaufnahmen aus der Zeit vor dem Krieg – und Grundrisse aller Etagen, aus der Erinnerung gezeichnet und mit den Namen, die die Räume in der Familie trugen. Sie zeigen ein Haus, in dem gewohnt, gearbeitet und gefeiert wurde. Die Fotografen sind nicht bekannt.

Der Gültzer Saal vor 1945: hohe Fenster mit schweren Vorhängen, Kronleuchter, zierliche Stühle und ein Sofa an den Wänden
Der Saal – heute der Spiegelsaal. Kronleuchter, bodenlange Vorhänge, die Möbel an den Wänden: ein Raum für Feste.
Das Esszimmer vor 1945: Damen der Familie an der gedeckten Kaffeetafel unter einem großen Kronleuchter, im Hintergrund ein Kachelofen
Das Esszimmer mit Kachelofen und holzvertäfelten Wänden – Damen der Familie an der Kaffeetafel.
Das erste Herrenzimmer vor 1945: gemusterte Tapete mit vielen Bildern, Polstersessel und Sofa um einen runden Tisch
Das erste Herrenzimmer. Hier saß im Juli 1944 Tante Francke auf dem Sessel, unter dessen Polster Papiere versteckt waren.
Das zweite Herrenzimmer vor 1945: Schreibtisch, Sofa, Bücherregal und Ahnenbild
Das zweite Herrenzimmer – Schreibtisch, Bücher, Ahnenbilder.
Das Gartenzimmer vor 1945: weißer Kachelofen, Polstersessel, Kronleuchter
Das Gartenzimmer mit dem weißen Kachelofen; von hier ging es auf die Terrasse zum Park.
Blick aus dem Gartenzimmer durch eine Bogentür in den Blauen Salon vor 1945
Blick aus dem Gartenzimmer durch die Bogentür in den Blauen Salon.
Erdgeschoss

Saal · Esszimmer mit Anrichte · Saalgarderobe · Diele mit Treppe · Gartenzimmer mit Terrasse zum Park · Blauer Salon · erstes und zweites Herrenzimmer · Bibliothek mit Glasveranda · kleines Archiv mit eiserner Wendeltreppe · Boudoir · Elternschlafzimmer · Kinderzimmer · Spielzimmer · Schrankzimmer und Bad

Obergeschoss

Großer und kleiner Gang · Mittelsalon, Rechts- und Linkssalon · Balkonzimmer · Prinzenzimmer · die Gästezimmer „Kirschenwäldchen“ und „Efeuwäldchen“ · „Kleiner Olymp“ · Turmzimmer · Schulzimmer · Junkerzimmer · Jungfernzimmer · das Zimmer von Tante Francke, der Hauslehrerin · Büro und Archiv

Dachboden und Keller

Unter dem Dach der „Große Olymp“, weitere Kammern und die Räucherkammer; im Keller aus Findlingsgranit die Küche, Wirtschaftsräume, Wein- und Obstkeller.

Das „Prinzenzimmer“ erinnert an den ersten Gast des Hauses, den Erbgroßherzog von Mecklenburg-Strelitz (1872). Die Grundrisse der Chronik sind ausdrücklich „nicht maßstabsgerecht“ und aus dem Gedächtnis gezeichnet; beim Hotelumbau 2000–2004 wurde die Raumstruktur teilweise verändert. Quelle: unveröffentlichte Familienchronik „Gültz – Aus dem Leben meiner Vorfahren“, S. 95–101 (Grundrisse und Fotos, Privatbesitz).

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Spurensuche am Bau

Was verloren ging – und was blieb

Um 2000, bevor der Hotelumbau begann, hielt eine denkmalpflegerische Zielstellung fest, wie das Haus nach Krieg, Umsiedlerjahren und drei Jahrzehnten Berufsschule aussah – und was über sein früheres Aussehen noch bekannt war. Sie ist heute eine der wichtigsten Quellen für die Restaurierung. Die Liste „Erhalten“ gibt den Stand um 2000 wieder; was davon den Hotelumbau überstanden hat, prüfen wir Raum für Raum.

Schloss Gültz im Winter zur DDR-Zeit: Hofseite mit Mittelrisalit, Baudaten 1868 und 1872, Balkon über dem Portikus, Turm mit Aufsatz; im Vordergrund drei Frauen in Wintermänteln, Straßenlaterne, Zaun
Ein Wintertag zur DDR-Zeit, undatiert: die Hofseite mit den Baudaten 1868 · 1872 und dem Wappen im Giebel, der Balkon über dem Portikus, auf dem Turm noch der Aufsatz mit Brüstung. Davor ein Zaun, eine Straßenlaterne, ein Fahrrad am Tor – das Haus ist Berufsschule. Gerahmter Abzug, Privatbesitz.
Verloren (Stand um 2000)
  • die Uhr mit Schlagwerk im Turm und der Fahnenmast auf seiner Spitze
  • die Glasveranda westlich des Turms, als Palmenhaus genutzt – ebenso wie die Fasanerie vermutlich zu DDR-Zeiten abgebrochen
  • der Kamin in der Eingangshalle, aus demselben schwarzen Gestein wie die Säulen
  • die Skulpturen der vier Jahreszeiten in den Nischen des Treppenhauses
  • die Schieferdeckung des Daches
  • die Stuckelemente über den Fenstern – beseitigt, als die Fassade um 1980 erstmals gelb-braun gestrichen wurde; bis dahin war sie nur geputzt und mit wildem Wein und Efeu bewachsen
  • ein farbiges Bleiglasfenster, das bis 1999 noch im Haus war
Erhalten (Stand um 2000)
  • die schwarzen Bodenfliesen mit gelben Blumenornamenten in der Halle – dieselben lagen einst auf der Terrasse zum Schlossteich
  • die Haustür im Säulenportal
  • das Parkett im Erdgeschoss
  • die Holzdecken in Bibliothek und Esszimmer, die Stuckdecken im Terrassenzimmer
  • der Spiegelsaal mit den beiden vergoldeten Wandspiegeln
  • am Boudoir das wohl letzte bauzeitliche Fenster, mit altem Verschluss und inneren Holzläden
  • die Tonnen- und Kreuzgewölbe im Souterrain, wo einst Küche, Gesindestube, Waschküche und Weinkeller lagen; ein kleiner Speiseaufzug brachte das Essen nach oben
Ortstermin mit der Denkmalpflege, März 2023

Am 2. März 2023 begingen das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege, die untere Denkmalschutzbehörde und die Bauaufsicht mit dem Eigentümer die Einzeldenkmale der Gutsanlage – Gutshaus, Geflügelstall und Eiskeller. Der Befund: Die Hochwertigkeit der Raumgestaltung zeigt sich besonders in den rückwärtigen, noch unberührten Prunkräumen des Erdgeschosses und im großen Saal mit seinem Stuck, den Wandgestaltungen und den gerahmten Spiegeln. Fensterlaibungen mit Blattmetallauflagen und die Wandmalereien hinter den verspiegelten Flächen soll ein Restaurator untersuchen; die Restaurierung des Saals wird in enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden detailliert geplant. Der Eiskeller ist in gutem Zustand.

Quellen: Denkmalpflegerische Zielstellung für Schloss Gültz, verfasst von den damaligen Eigentümern, Anlage 2 zur Planung des Architektur- und Planungsbüros R. Furchner, Peitz (um 2000); Aktenvermerk der unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte zum Ortstermin vom 2. März 2023.

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Eine Freundschaft

Maltzahn und Bismarck

Als Reichstagsabgeordneter gehörte Helmuth von Maltzahn seit 1871 zum konservativen Lager des Reichskanzlers; 1888 holte ihn Bismarck als Staatssekretär des Reichsschatzamtes in die Reichsleitung. Was daraus wurde, war mehr als ein Dienstverhältnis: Auch nach Bismarcks Entlassung im März 1890 hielt Maltzahn zu ihm: Als der gestürzte Kanzler im Juni 1892 zur Hochzeit seines Sohnes Herbert nach Wien reiste – der Kaiser hatte Wien gebeten, ihm keine Audienz zu gewähren –, stand Maltzahn mit seiner Frau zur Begrüßung auf dem Berliner Bahnhof – als einziger Staatssekretär, kein preußischer Minister war zugegen. Für einen amtierenden Staatssekretär war das eine politisch nicht ungefährliche Geste. 1893 trat Maltzahn wegen Differenzen mit Bismarcks Nachfolger Caprivi zurück. Die Freundschaft hielt bis zu Bismarcks Tod 1898; Maltzahn hat sie 1915 in eigenen Erinnerungen festgehalten, in denen er Bismarcks Briefe an ihn im Wortlaut wiedergibt.

Friedrichsruh, 24. Mai 1890
„Euere Excellenz bitte ich um Ihren freundschaftlichen Beistand durch eine Mittheilung ueber einige Form-Fragen bei Ausstellung meiner Pensions-Quittung … Ihr mir stets bewiesenes Wohlwollen läßt mich auf Ihre Nachsicht rechnen. In freundschaftlicher Ergebenheit der Ihrige v. Bismarck"
Zwei Monate nach seiner Entlassung wendet sich Bismarck in einer Ruhegehaltsfrage an den Staatssekretär des Reichsschatzamtes – und lädt ihn vier Tage später nach Friedrichsruh ein: „… wenn wir dem amtlichen Verkehr den geselligen könnten folgen lassen."
Berlin, 14. August 1890 · Maltzahn an Bismarck
„Ich würde sehr glücklich sein, wenn ich die Erlaubniß erhielte, … Eure Durchlaucht auf einen Tag zu besuchen, in Friedrichsruh, Varzin oder wo Eure Durchlaucht sonst befehlen würden. … Ein Brief trifft mich bis zum 21. d. M. aber hier, später in ‚Gültz in Pommern'."
Maltzahns Antwort auf die Einladung – eigenhändig, unterzeichnet „in unwandelbarer Dankbarkeit … v. Maltzahn-Gültz". Brief und Stationen im Archiv
Varzin, September 1890
„Ich werde mich jeden Tag freuen, Ihren Besuch zu empfangen … Sie sollten in Stettin nächtigen, wo das Unterkommen besser sein wird als in Köslin. Jedenfalls freuen wir uns herzlich, Sie hier zu sehn."
Einladung auf Bismarcks pommersches Gut Varzin – von Gültz aus über Stettin zu erreichen.
Friedrichsruh, Juni 1897
Maltzahn besucht den 82-jährigen Fürsten mit seinen Söhnen. Bismarcks Arzt hatte abgeraten, Bismarck besteht auf dem Empfang. Als Maltzahn bei Tisch das Wort ergreift, steht Bismarck auf, geht um die Tafel herum, umarmt und küsst seinen Gast.
Die letzte Begegnung der beiden, ein Jahr vor Bismarcks Tod – nach Maltzahns eigener Schilderung.

Quelle: Helmuth Freiherr von Maltzahn, in: Erich Marcks / Karl Alexander von Müller (Hrsg.), Erinnerungen an Bismarck. Aufzeichnungen von Mitarbeitern und Freunden des Fürsten, J. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart/Berlin 1915, S. 89–118 (Briefzitate in der Schreibweise der Vorlage).

Zeitzeuge des Jahres 1918

Noch im hohen Alter blieb Maltzahn eine Instanz der alten preußischen Führungsschicht. Im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz haben sich im Nachlass Kaiser Wilhelms II. Aufzeichnungen erhalten, die sich mit dem Übertritt des Kaisers nach Holland im November 1918 befassen – darunter eine von Maltzahn-Gültz niedergeschriebene Wiedergabe der Äußerungen Generalfeldmarschall von Hindenburgs zur Vorgeschichte dieses Schrittes (Potsdam, 15. Februar 1922) sowie spätere Abschriften und Stellungnahmen Dritter aus dem Jahr 1953, die sich auf eine von ihm diktierte Erklärung beziehen.

GStA PK, BPH, Rep. 53 Kaiser Wilhelm II., Nr. 238 (Auskunft des Archivs vom 19. Januar 2026). Die Auswertung dieser Dokumente steht noch aus.

Das Ende einer Epoche

Die letzte Zeit in Gültz, 1944/45

Am Morgen nach dem 20. Juli 1944 fährt ein Wagen der Wehrmacht durch die Allee: Der letzte Gutsherr, Helmuth von Maltzahn (1900–1984), wird verhaftet und bis zum 17. September in Greifswald von der Gestapo festgehalten – mit ihm sein Bruder Jürgen und sein Onkel Helmuth aus Schossow. Im Winter 1944/45 wird das Schloss zur Sammelstelle für Flüchtlinge – bis zu 200 Menschen im Haus, dazu Einquartierung von SS und Feldgendarmerie. Die Hausherrin Alexandra von Maltzahn, geb. Reichsgräfin von Platen-Hallermund, bringt die Kinder unter einem Vorwand nach Ellerbruch in Niedersachsen und verlässt Gültz selbst erst am 23. April 1945. In der Nacht zum 1. Mai rückt die Rote Armee ein; bei den Plünderungen gehen Bibliothek und Archiv in Flammen auf.

Die ganze Geschichte im Archiv →

In Erinnerung

Axel Freiherr von Maltzahn a. d. H. Gültz

* 10. Februar 1932 in Gültz · † 6. September 2024 in Freudenstadt · Ehrenritter des Johanniterordens

Er war das letzte Kind der Familie, das noch in Gültz geboren und getauft wurde – und er hat das Haus nie losgelassen. Als das Schloss 2019 einen neuen Eigentümer bekam, entstand daraus eine Verbindung, die für beide Seiten mehr wurde als ein Austausch über Geschichte: zahlreiche lange Telefongespräche, in denen er mit wachem Blick auf seine pommersche Heimat schaute und die Restaurierung mit Anteilnahme verfolgte – und ein Besuch in Freudenstadt, das ihm zur Heimat geworden war, nur wenige Wochen vor seinem Tod.

Seine Anekdoten aus dem Gültz seiner Kindheit, sein Humor und seine Herzlichkeit machen ihn für mich unvergessen. Vieles von dem, was auf dieser Seite über das Leben im Haus vor 1945 steht, verdankt sich seinen Erzählungen.

Eine Glocke für Gültz

Als Kind erlebte Axel von Maltzahn 1943, wie zwei Bronzeglocken aus dem Gültzer Kirchturm geholt wurden, um für die Rüstung eingeschmolzen zu werden – schon im Ersten Weltkrieg hatte die Kirche ihr Geläut hergeben müssen. Sechzig Jahre später stiftete er der Gemeinde wieder eine bronzene Glocke; um 2004 wurde sie im Turm aufgehängt an Stelle der drei Stahlglocken, die bis dahin dort hingen. Zur selben Zeit kamen rund dreißig Angehörige der Familie nach Gültz, um die wiederhergerichtete Familiengrabstätte auf dem Friedhof zu sehen: Bis zur Wende kaum gepflegt, der schmiedeeiserne Zaun eingefallen, hatte sie ein Vetter instand setzen lassen. Schon Anfang der 1990er Jahre hatten die Geschwister ihre Eltern, den letzten Gutsherrn und seine Frau, nach Gültz umgebettet – und dabei unter der Grabstätte die alte Gruft der Vorfahren wiedergefunden.

Quelle: Christina Weinreich, „Bronze-Glocke erklingt wieder“, Nordkurier, um 2004.

Michael Schneider
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Ausführlich

Aus dem Archiv

Zu vielen Stationen der Zeittafel gibt es ausführliche Beiträge mit Briefen, Fotos und Quellen – nach Themen geordnet.

Zum Archiv →

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Chronologie

Zeittafel

1194

Erste urkundliche Erwähnung

Bernhardus de Mulsan wird als erster der Familie urkundlich genannt – bischöflich ratzeburgischer Lehensträger.

1484

Erste Hufen in „Gültzow“

Am 3. Oktober 1484 verpfänden Claus Smecker und seine Frau Gertrud Bylow ihre Besitzungen im Dorf Gültz an den Marschall Bernd Maltzan auf Wolde und Osten – die erste nachweisliche Erwerbung der Familie in Gültz (Familienchronik). Nach den „Lebensbildern aus dem Geschlechte Maltzan“ (1871) kaufte Berend „dem Schmecker das Dorf Gülz für 1200 Mark Sundisch“ ab. Kurz darauf brannte sein Neffe Jacob Voß in einer Fehde den Hof Gültz nieder. Die ganze Geschichte im Archiv →

1496

Gültz im Besitz der Maltzahn

Otto von Maltzahn verkauft Gültz an Behrend von Maltzahn für 2.250 Gulden (die Lebensbilder von 1871 nennen 2.150 Goldgulden für Ottos Rechte an Gültz, Schossow und Wolde). Das Gut bleibt fortan – mit Unterbrechungen – fast 450 Jahre in Familienbesitz (Landeshauptarchiv Schwerin, 9.1-1 Nr. 200).

1734

Erster Gedanke an einen Neubau

Albrecht Axel von Maltzahn, Landrat und Erblandschaftsmarschall, erwägt bereits einen Neubau des alten Herrenhauses – eines nur einen halben Stein starken, ausgemauerten Fachwerkbaus. Teile davon sind als Wirtschaftsgebäude bis heute erhalten.

1754/58

Prützen und seine Kirche

1754 erwirbt Erblandmarschall Axel Albrecht von Maltzahn im Tausch gegen Gnewezow und den adligen Anteil an Kaslin das bis dahin zum Amt Klempenow gehörende Dorf Prützen. Er siedelt zehn Bauern an und lässt die Kirche neu errichten. Der Backsteinbau mit Fachwerk-Dachturm von 1758 (nach Berthold Schmidt 1754) steht noch heute; erhalten sind der Kanzelaltar aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, das Gestühl und die Westempore. Bis 1945 war Prützen, wie Seltz, Filiale der Gültzer Kirche – die Gutsherren von Gültz waren dort Patrone. Kanzelaltar, Gestühl und Empore stammen aus der Zeit der Maltzahns. Ob es in Prützen auch Wappen, Grabplatten oder Inschriften der Familie gibt, ist in den Denkmalverzeichnissen nicht vermerkt.

1836

Das Haus Gültz

Nach dem Tod von Vater und Bruder übernimmt Axel Heinrich Ludwig von Maltzahn (1808–1841) Gültz und Hermannshöh. 1838 heiratet er Auguste von Lützow und zieht mit ihr nach Gültz; am 6. Januar 1840 wird hier ihr einziger Sohn Helmuth geboren.

1840

Lenné-Park angelegt

Im Auftrag von Axel von Maltzahn entwirft der preußische Gartendirektor Peter Joseph Lenné einen „Verschönerungsplan" für den Gutspark – einen von elf Plänen, die er in diesem Jahr für Güter im pommerschen Tollensetal anfertigt (Sabine Bock, Pommern 2/2025, S. 19).

1841

Früher Tod

Kurz nach seiner Ernennung zum Landrat des Kreises Demmin stirbt Axel von Maltzahn am 12. Februar 1841 mit 32 Jahren. Vormünder verwalten die Güter für den einjährigen Sohn.

1867

Hochzeit und Übernahme

Am 22. Februar 1867 heiratet Helmuth von Maltzahn in Erfurt Anna von Rohrscheidt, scheidet aus dem Staatsdienst aus und übernimmt selbst die Bewirtschaftung von Gültz. Das junge Paar zieht in das alte Fachwerkhaus.

1868–1872

Bau des Herrenhauses

Helmuth Freiherr von Maltzahn lässt das klassizistische Herrenhaus nach eigenen Grundrissskizzen durch den mecklenburgischen Baurat Georg Daniel errichten. Das Kellergeschoss besteht aus gewaltigen Findlingen; aus einem einzigen Granitblock entstehen 144 Werkstücke für die Fenster. Während des Krieges 1870/71 ruht der Bau.

1871

Einzug in den Reichstag

Mit 31 Jahren wird Helmuth von Maltzahn für den Wahlkreis Anklam-Demmin in den ersten deutschen Reichstag gewählt – mit 76,9 Prozent der Stimmen. Bis 1881 gewinnt er den Wahlkreis noch viermal. Die Wahlergebnisse

1872

Einzug und Einweihung

Im Sommer 1872 zieht die Familie in das neue Haus – eingeweiht mit einem Fest, Aufmarsch der Handwerker, Musik und Fahnen. Die ersten Bewohner waren allerdings andere: Während eines Manövers lag eine Schwadron Ulanen im Dorf, ihre Offiziere – darunter der Erbgroßherzog von Mecklenburg-Strelitz – wurden im noch unbezogenen Schloss einquartiert. Ein Raum heißt seither „Prinzenzimmer". Mehr zu den Demminer Ulanen

1873

Zwei Kanonen für die Auffahrt

Auf Anregung seines Vetters Rudolph Maltzahn erhält der Bauherr vom Kriegsministerium zwei erbeutete französische Bronzegeschütze für 446 Taler. Auf den Ansichtskarten um 1910 stehen sie auf dem Rondell vor der Hofseite.

1877

Gültz bekommt einen Bahnhof

Am 1. Dezember 1877 wird die Nordbahn zwischen Neubrandenburg und Demmin eröffnet. Maltzahn hatte Aktien der Gesellschaft gezeichnet – unter der Bedingung eines vollen Bahnhofs in Gültz. Das Geld ging im Gründerkrach größtenteils verloren, der Bahnhof kam trotzdem und mit ihm die lange erstrebte Chaussee: „die beste Kapitalanlage, die ich je gemacht habe“. Im November 1877 führte ein Kreisdeputierter „Freiherr von Maltzahn aus Gültz“ kurz das Demminer Landratsamt kommissarisch. Mehr zu Bahn und Gütern

1879

Die Kirche wird umgebaut

Mit Baurat Daniel baut Maltzahn die Gültzer Kirche um: Apsis im Osten, massiver Turm mit Schieferhelm statt des hölzernen von 1675 – zehn Meter höher als der alte. Die geschnitzte Kanzel des 16./17. Jahrhunderts wird freigelegt, der Grabstein des Marschalls Achim Moltzan aus Demmin in die Nordwand eingelassen. Das Denkmälerinventar von 1898 bestätigt: Die Kanzel wurde „1879 durch Baurath Daniels in Neustrelitz vortrefflich hergestellt“, und es zählt sie zu den wertvollsten Stücken des Kreises. Die Kirche im Inventar von 1898

1884

1.099 Hektar

Das Handbuch des Grundbesitzes verzeichnet das Rittergut Gültz mit 1.099,30 Hektar, vom Besitzer selbst bewirtschaftet. Mit Herrmannshöh, Schossow, Werder und Wodarg gehören dem Bauherrn im Kreis Demmin rund 4.260 Hektar. 1892 stehen auf dem Gut 51 Pferde, 140 Rinder und 1.600 Schafe – die Fläche bleibt bis 1939 fast unverändert. Gültz in Zahlen

1888

Staatssekretär unter Bismarck

Auf Vorschlag Bismarcks wird Maltzahn Staatssekretär im Reichsschatzamt. Nach Bismarcks Sturz 1890 hält er als einer der wenigen zu ihm – 1893 tritt er wegen Differenzen mit Caprivi zurück.

1897

Die Kleinbahn erreicht die Güter

Am 23. Januar 1897 eröffnet die Demminer Kleinbahn (750 mm) ihre erste Strecke, im Juni folgt der Ast nach Treptow an der Tollense – mit Stationen auf den Maltzahn’schen Gütern Wodarg und Werder. 1913 kommt mit der Westbahn eine Station in Schossow hinzu. 1945 wird das gesamte Netz als Reparation abgebaut.

1900–1911

Oberpräsident von Pommern

Als höchster Verwaltungsbeamter der Provinz residiert Maltzahn im Stettiner Schloss, wo er jeden Winter zwei große Bälle für Stadt und Provinz gibt. Er fördert Handel, Kleinbahnen und den Küstenschutz, tauft 1905 das Linienschiff „Pommern“ und ruft 1911 die Historische Kommission für Pommern ins Leben.

Die Kommission ging auf eine Denkschrift des Stettiner Gymnasialprofessors Martin Wehrmann von 1901 zurück; zu den treibenden Kräften gehörte auch der Greifswalder Historiker Ernst Bernheim. Verwirklicht wurde der Plan erst durch Maltzahns Initiative als Oberpräsident. Nach dem Lebensbild von 1936 trat die „Historische Kommission für die Provinz Pommern“ am 13. Mai 1911 unter seinem Vorsitz ins Leben. Er leitete sie bis 1920 und gab den Vorsitz dann an Landeshauptmann Sarnow ab. Ihre ersten Veröffentlichungen erschienen 1913. Die Kommission besteht bis heute. Die Universität Greifswald hatte ihm schon 1901, zum 200. Jahrestag der preußischen Königskrönung, den juristischen Ehrendoktor verliehen; 1921 folgte – „zu seiner großen Freude“, wie die Familienchronik schreibt – der theologische für sein kirchliches Wirken. Bei seinem Abschied als Oberpräsident 1911 gab es eine eigene Feier, zu der die Juristische Fakultät eingeladen war.

1914

Drei Söhne im Feld

Am 11. Oktober 1914 zieht Helmuth, der jüngste Sohn des Bauherrn, als letzter der drei Brüder in den Krieg. Der Vater notiert in Gültz: „Es stehen jetzt meine 3 Söhne, 2 Schwiegersöhne und 3 Enkel … bei den Truppen.“ Mehr im Archiv →

1919

Axel übernimmt die Güter

Am 1. Juli 1919 übergibt Helmuth von Maltzahn die Güter Gültz und Hermannshöh mit Marienhöhe an seinen ältesten Sohn Axel. Der lebt zunächst in Hermannshöh, ab Herbst 1920 in seinem neu erbauten Herrenhaus dort.

1923

Tod Helmuth von Maltzahns

Am 11. Februar 1923 stirbt Helmuth von Maltzahn mit 83 Jahren in Gültz – bis zuletzt Kanzler des Johanniterordens. Am 15. Februar wird er im Erbbegräbnis neben seiner Frau Anna († 1913) beigesetzt; der Kaiser schickt seinen Sohn, Prinz Oskar von Preußen. Zur Grabstätte der Familie gehört auch die Grabplatte mit der Relieffigur des Landmarschalls Achim von Moltzahn auf Osten († 1565).

Geöffnetes neugotisches Eisentor des Erbbegräbnisses, dahinter ein mit Kränzen bedecktes Grab und Grabkreuze
„Gültzer Erbbegräbnis“
Frisch aufgeworfenes Grab unter Kränzen und Blumen, dahinter zwei Grabkreuze mit Inschrifttafeln
„Mamas Grab“

Zwei Fotos aus einem Familienalbum im Archiv Schloss Gültz, mit den Original-Unterschriften. Wessen Mutter mit „Mama“ gemeint ist, verrät das Album nicht. Nahe liegt Anna von Maltzahn geb. von Rohrscheidt († 1913), deren Kinder es angelegt haben könnten; belegt ist das nicht.

1923–1931

Axel von Maltzahn in Gültz

Am 26. Oktober 1923 zieht Axel mit seiner Familie ins Schloss. Er führt die Güter durch die Inflationszeit; als Kirchenpatron stiftet er neue Glocken. Zu seinem 60. Geburtstag am 17. Februar 1928 kommen in einem kleinen Festspiel die „Sterne des Großen Wagens“ nach Gültz. Axel stirbt am 3. März 1931 und wird am 7. März in Anwesenheit der Kronprinzessin Cecilie im Erbbegräbnis beigesetzt. Mehr im Archiv →

1932

Taufe in Gültz

Am 10. Februar 1932 wird Axel Freiherr von Maltzahn a. d. H. Gültz geboren – als Nr. 1 des Jahrgangs 1932 im Taufregister der Kirchengemeinde Gültz–Hermannshöhe eingetragen, mit zwölf Taufzeugen aus dem pommerschen und mecklenburgischen Adel. Als letztes in Gültz geborenes Kind der Familie hielt er die Verbindung zum Haus sein Leben lang (siehe „In Erinnerung" weiter oben). Er starb am 6. September 2024 in Freudenstadt als Ehrenritter des Johanniterordens; die Familie bat statt Blumen um Spenden für die Gültzer Kirche.

1938–1942

Übergabe an die nächste Generation

1938 gehen Gültz und Hermannshöh mit Marienhöhe vertraglich an Axels ältesten Sohn Helmuth (1900–1984); 1940 tauscht die Witwe Helene mit ihm die Wohnung und zieht nach Hermannshöh. Sie stirbt dort im Juni 1942 und wird neben Axel im Gültzer Erbbegräbnis beigesetzt.

1944

Verhaftung nach dem 20. Juli

Helmuth von Maltzahn d. J. wird am Morgen nach dem Attentat verhaftet und bis zum 17. September in Greifswald von der Gestapo festgehalten; die Güter kommen unter Zwangsverwaltung. Mehr im Archiv

1945

Enteignung

Der letzte Gutsherr, Helmuth Freiherr von Maltzahn (1900–1984), wird im Zuge der Bodenreform entschädigungslos enteignet; er ist seit Februar 1945 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1948 zurückkehrt. Seine Frau hat Gültz am 23. April 1945 verlassen. Am 29. April bleibt das benachbarte Altentreptow dank weißer Laken am Kirchturm verschont, am 30. April sprengen deutsche Truppen die Demminer Brücken; in der Nacht zum 1. Mai rückt die Rote Armee in Gültz ein, bei den Plünderungen verbrennen Bibliothek und Gutsarchiv. Nach dem Krieg werden bis zu 48 Umsiedlerfamilien im Herrenhaus einquartiert – eine später bei Aufräumarbeiten gefundene Liste vom September 1948 verzeichnet 41 Mietparteien; ab 1960 dient es als landwirtschaftliche Berufsschule – der Spiegelsaal als Turnhalle, die er erstaunlich unbeschadet überstand.

1951

Gültz wird eigene Gemeinde

Am 1. Januar 1951 wird Gültz aus der Nachbargemeinde Gnevkow ausgegliedert und bildet wieder eine eigene Gemeinde. Den Bahnhof an der Strecke Neubrandenburg–Stralsund, rund einen Kilometer vom Ort entfernt, gibt es seit den 1990er Jahren nicht mehr.

1980–1988

Sanierung zu DDR-Zeiten

Die BBS „Georg Ewald" – eine landwirtschaftliche Berufsschule mit Internat – erhält eine umfassende Sanierung. Schon seit den 1960er Jahren war das Haus für den Schulbetrieb umgebaut worden: Verbindungstüren für Klassenräume zugemauert, das Dachgeschoss für Lehrlingszimmer ausgebaut, eine Zentralheizung mit durchgehendem Schornstein eingebaut. Um 1980 bekommt die Fassade erstmals einen gelb-braunen Anstrich; dabei verschwinden die Stuckelemente über den Fenstern, Säulen und Sandstein werden überstrichen.

1991–1999

Schule geschlossen, Haus leer

1991 schließt die Berufsschule. Das Haus wird noch eine Zeit lang kommunal genutzt und steht ab 1993 bis auf gelegentliche Vermietungen leer. 1999 schreibt der Landkreis Demmin das Anwesen zum Verkauf aus.

2000–2004

Hotelumbau – Denkmalsubstanz zerstört

1999 erwerben Barbara und Manfred Lyssy aus der Niederlausitz das Haus; mit Genehmigung der zuständigen Denkmalbehörde wird Schloss Gültz zu einem Hotel mit 20 Zimmern und Café umgebaut. Historische Innenausstattungen werden unwiederbringlich verändert, die originale Raumstruktur teilweise zerstört. Das Vorhaben scheitert im Konkurs. Aus dieser Zeit stammen die Bestandspläne „Schloßhotel Gültz“ des Architektur- und Planungsbüros Rosemarie Fürchner vom Oktober 2000 (Souterrain, Erdgeschoss, Obergeschoss, Dachgeschoss und Schnitt, M. 1:100). Sie verzeichnen im Erdgeschoss 24 Räume, darunter Spiegelsaal, Speiseraum, Terrassenzimmer, Eingangshalle und Café; die Räume dort sind rund 4 Meter hoch. Alle Grundrisse im Archiv →

2004

Erste Zwangsversteigerung

Das Schloss wird aus der Zwangsversteigerung erworben, eine Nutzung oder Instandsetzung folgt jedoch nicht. In den Jahren danach gehen weitere historische Ausstattungselemente verloren, das Gebäude steht leer und verfällt zunehmend.

2019

Verfall & Vandalismus

Rund 70 Fenster werden eingeschlagen. Wasser dringt ungehindert ein, der Putz fällt. Das einstige Kleinod preußischer Baukultur droht unwiederbringlich verloren zu gehen.

2019

Die Rettung – Kauf aus der Zwangsversteigerung

Im Jahr 2019 ersteht Michael Schneider – studierter Historiker und Jurist, Oldtimer-Restaurator und Lebenskünstler – Schloss Gültz aus der zweiten Zwangsversteigerung, zunächst gemeinsam mit Spekulanten. 2020 übernimmt er das Anwesen vollständig in die eigenen Hände. Mit eigenen Mitteln und dem festen Willen, dieses einmalige Kleinod vor dem endgültigen Verfall zu retten, beginnt er behutsam mit der Instandsetzung.

2023

Die Denkmalpflege vor Ort

Am 2. März 2023 begehen Landesamt für Kultur und Denkmalpflege, untere Denkmalschutzbehörde und Bauaufsicht mit dem Eigentümer Gutshaus, Geflügelstall und Eiskeller. Im Mai bescheinigt die Behörde dem Geflügelstall – unserem Jagd-Trophäenhaus – „überregionale Bedeutung“ und begrüßt seine Sanierung.

2026

Alles im Fluss – noch nicht fertig

Glamping am Schlossteich, Führungen, die MittsommerRemise, erste Veranstaltungen im Spiegelsaal – Schloss Gültz erwacht zu neuem Leben. Die Restaurierung läuft weiter, Schritt für Schritt. Ein Förderverein ist in Gründung.

Chronik einer Bewahrung

Die Rettung

Was Jahrzehnte lang niemand schützte, drohte für immer zu verschwinden. Zwischen 2000 und 2004 wurde Schloss Gültz – mit ausdrücklicher Genehmigung der Denkmalbehörde – zu einem Hotel umgebaut. Historische Stuck­decken wurden aufgerissen, Raumgefüge zerstört, das bauzeitliche Inventar unwiederbringlich verändert. Als das Hotelprojekt im Konkurs scheiterte, folgte keine Umkehr, sondern das nächste Kapitel des Scheiterns.

2004 wechselte das Schloss über die erste Zwangsversteigerung den Eigentümer – bewahrt wurde es nicht. Historische Ausstattungs­elemente verschwanden, das Gebäude wurde dem Verfall preisgegeben. Bis 2019 wurden rund 70 Fenster eingeschlagen. Regen und Frost drangen ungehindert ein. Das Denkmal starb langsam.

2019 aus der zweiten Zwangsversteigerung erstanden – zunächst Seite an Seite mit Spekulanten. Mitten in der Corona-Pandemie dann der entscheidende Schritt: 2020 nimmt Michael Schneider das Haus komplett in die eigenen Hände. So begann die Rettung. Mit eigenem Kapital, ohne Fördermittel, ohne Kompromisse bei der Denkmaltreue. Schloss Gültz lebt.

Schloss Gültz lebt.
Nächste Baustelle

Das Jagd-Trophäenhaus

in der Denkmalliste geführt als „Geflügelstall (Gut)“

Amtlich ist das Häuschen ein eingetragenes Einzeldenkmal nach § 2 und § 5 Denkmalschutzgesetz M-V – unter der Bezeichnung „Geflügelstall“. Die untere Denkmalschutzbehörde schrieb dazu im Mai 2023: Das Gebäude sei „ein integraler Bestandteil des ehemals aus vielen Gebäuden bestehenden Gutskomplexes“ und zeichne sich „durch seine prägnante Bauweise aus. Als eines der wenig erhaltenen Gebäude der Typologie ‚Geflügelstall‘ ist es von überregionaler Bedeutung.“ Erhalt und Nutzung lägen deshalb im besonderen Interesse der Denkmalpflege; das Vorhaben und seine Förderung wurden ausdrücklich begrüßt. Wir nennen es Jagd-Trophäenhaus, weil hier die Jagdtrophäen des Gutes ausgestellt wurden – beide Namen meinen dasselbe Gebäude im Gutspark, wenige Schritte vom Schloss.

Wenige Schritte nördlich des Schlosses steht das kleine Jagd-Trophäenhaus von 1872 – wie das Schloss selbst – errichtet, um die Jagdtrophäen des Gutes auszustellen: ein Fachwerkbau auf mächtigem Findlingssockel, die Gefache mit Backstein in Mäander-Mustern ausgemauert, unter dem Giebel eine gesägte Zierschalung. Die Rückseite ist eingestürzt, das Dach nur mit Planen gesichert. 2023 war das Häuschen schon einmal fast gerettet: Unser Plan, es als „Fahrradschloss“ zur Ferienunterkunft für Radwanderer umzubauen, wurde im Förderprogramm des Vereins Schlösser und Gärten in Deutschland ausgezeichnet – doch die Mittel waren an eine LEADER-Kofinanzierung gebunden, die abgelehnt wurde, und konnten nicht abgerufen werden. Die Entwurfsplanung von 2023 liegt fertig vor: oben im Fachwerkgeschoss eine Ferienwohnung mit zwei Schlafräumen, Wohnküche, Bad und kleiner Sauna, im Feldsteinsockel ein Weinkeller, auf der Südseite des Dachs Photovoltaik für die Heizung. Für 2026/2027 sind nun aus eigener Kraft Notsicherung und Dachinstandsetzung geplant – erst das Dach, dann Fachwerk und Gefache. Die Fotos zeigen den Zustand vor Beginn der Arbeiten.

Jagd-Trophäenhaus, Giebelseite mit Zierfachwerk
Giebelseite mit Zierfachwerk und Backstein-Mäandern
Jagd-Trophäenhaus, eingestürzte Rückseite
Die eingestürzte Rückseite – Sicherung steht an
Aus dem Denkmalinventar

So hat die Denkmalpflege das Gebäude 1995 und 2001 fotografiert. Damals stand es noch geschlossen da – mit vollständigem Fachwerk, ausgemauerten Gefachen und intaktem Dach. Der Vergleich zeigt, wie viel seither verloren ging, und er ist zugleich die beste Vorlage für die Wiederherstellung.

Geflügelstall der Gutsanlage Gültz im März 1995, Ansicht von der Zufahrt: Fachwerk auf Findlingssockel, Tor im Obergeschoss
März 1995: Ansicht von der Zufahrt – Fachwerk mit Andreaskreuzen, Ladetor im Obergeschoss, Findlingssockel
Geflügelstall der Gutsanlage Gültz im März 1995, Giebelseite mit Backstein-Ziermauerwerk und Zierschalung
März 1995: die Giebelseite mit Backstein-Ziermauerwerk, kleinem Giebelfenster und gesägter Zierschalung – noch vollständig
Geflügelstall im Gutspark Gültz, August 2001, links daneben der begrünte Eiskeller
28. August 2001: „Gutspark, links vom Gutshaus“ – links im Hintergrund der Eiskeller mit seinem Backsteinportal

Fotos: Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern, Denkmalinventar (Kreis Altentreptow, Film 3880, März 1995; Kreis Demmin, Film 8379, 28.08.2001). Schreiben der unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte vom 8. Mai 2023, Az. 1532/2023-118.

Entwurf 2023: West- und Südansicht des instandgesetzten Trophäenhauses
Entwurf 2023: West- und Südansicht – rot die Rekonstruktion, grau der Bestand
Entwurf 2023: Grundriss des Fachwerkgeschosses mit Ferienwohnung
Entwurf 2023: Fachwerkgeschoss mit Ferienwohnung (Planung: Architekturbüro Sunder-Plassmann)
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Nachweise

Quellen & Literatur

Archivalien & Primärquellen

  • • Peter Joseph Lenné: Verschönerungsplan für Gültz, SPSG Berlin-Brandenburg, Planslg. 3483 (1840)
  • • Königlich Preußische Landesaufnahme: Messtischblatt 2245 Gültz, 1:25.000 (1886)
  • • Landeshauptarchiv Schwerin: Gutsarchiv Gültz, Bestand 2.22-10; Verkauf der strittigen Güter, auch Gültze, durch Otto von Maltzahn an Behrend von Maltzahn, 1496, LHAS 9.1-1 Nr. 200
  • • Bundesarchiv Berlin: Personalakten Helmuth von Maltzahn, R 1501
  • • Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz: BPH, Rep. 53 Kaiser Wilhelm II., Nr. 238 (Aufzeichnungen zum Übertritt Wilhelms II. nach Holland, u. a. Frhr. von Maltzahn-Gültz, 1922) sowie X. HA, Rep. 9 Johanniterorden, Aufschwörungstafeln von Maltzahn
  • • Brief Helmuth Frhr. von Maltzahn-Gültz an Otto Fürst von Bismarck, Berlin, 14. August 1890 (eigenhändig, 4 Seiten), Bismarck-Archiv Friedrichsruh, Bl. 141–144
  • • Karlsbader Kurliste Nr. 10 vom 13. April 1897, Nr. 651; Hygiea Nr. 8 (1897), S. 6; Linzer Tages-Post vom 16. September 1888; Linzer Volksblatt vom 8. September 1910; Sport & Salon, Januar 1905 (Johanniter-Ordenskapitel in Berlin) (ANNO, Österreichische Nationalbibliothek)
  • • Historische Ansichtskarten von Gültz (1902, um 1910, 1911, Verlag Arnhold Heringsdorf): Sammlung Michael Schneider; weitere Karten 1904 (Schloss und Försterei), 1905 (Parkseite) und Schossow 1927 (Freda v. Maltzahn); Aquarell der Teichseite, Künstler unbekannt
  • • Helmuth Frhr. von Maltzahn-Gültz: Erinnerungen 1893–1900 mit Rückblicken auf frühere und Ausblicken auf spätere Jahre, aufgeschrieben 1916, Typoskript (unveröffentlicht)
  • • Unveröffentlichte Familienchronik Gültz – Aus dem Leben meiner Vorfahren. Entwicklungen, Begebenheiten, Erlebnisse, Ernstes und Heiteres (Privatbesitz), u. a. Grundrisse und Innenaufnahmen S. 95–101, Kapitel 1944/45 ab S. 102; dazu die Aufzeichnungen Die letzte Zeit in Gültz 1944/45 und die erste Zeit in Ellerbruch eines Sohnes des letzten Gutsherrn
  • • Ev. Kirchengemeinde Gültz–Hermannshöhe: Taufregister, Jahrgang 1932, Nr. 1 (Auszug)
  • • Ansichtskarte „Gültz i. Pomm. – Forsthaus“, undatiert; Fotografie der Hofseite im Winter, DDR-Zeit (gerahmter Abzug, Privatbesitz); Holzstich „Porträts aus dem deutschen Reichstag: 30. Helmut Frhr. v. Maltzahn-Gültz“ aus einer illustrierten Zeitschrift
  • • Ansichtskarte „Gültz i/Pomm.“ mit Herrenhaus sowie Gasthof und Schmiede E. Messinger, undatiert (Zwischenkriegszeit)
  • • Familienarchiv von Maltzahn: Visitkarte Atelier Heinr. Graf, Berlin (Helmuth und Anna von Maltzahn); Abbildung „Altes Gültzer Haus“ aus der unveröffentlichten Familienchronik (Privatbesitz)

Wissenschaftliche Literatur

  • • Alexander Duncker: Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preußischen Monarchie, Band XIII, Blatt 763: Gültz, Berlin 1873
  • • Helmuth Frhr. von Maltzahn(-Schossow): Helmuth Freiherr von Maltzahn-Gültz 1840–1923, in: Pommersche Lebensbilder, hrsg. von der Historischen Kommission für Pommern, Band II, Stettin 1936, S. 266–280
  • • Berthold Schmidt: Geschichte des Geschlechts von Maltzan und von Maltzahn, 4 Bände, Schleiz 1907–1925 – darin „Das Haus Gültz“, S. 93–108
  • • Frank Wilhelm: Befreiung und Zusammenbruch, in: Heimat Kurier (Nordkurier), Sonderveröffentlichung zum 75. Jahrestag des Kriegsendes, 05.05.2020
  • • Wikipedia, Artikel „Gültz“ (abgerufen 12.10.2026): Ausgliederung aus Gnevkow 1951, Bahnhof, Grabplatte des Landmarschalls Achim von Moltzahn auf Osten († 1565) im Erbbegräbnis
  • • Martin Stolzenau: Helmuth Freiherr von Maltzahn. Vor 100 Jahren gestorben – Umsichtiger Politiker und Gründer der Historischen Kommission Pommerns, in: Preußische Allgemeine Zeitung, 19. Februar 2023 (Hinweis: die dort genannte „letzte Besitzerin Helene Luise“ trifft für 1945 nicht zu – sie starb 1942; im Güter-Adressbuch von 1939 ist sie aber noch als Besitzerin eingetragen)
  • • Sabine Bock: Peter Joseph Lenné und das pommersche Tollensetal – Ein Frühwerk der preußischen Landesverschönerung, in: Pommern – Zeitschrift für Kultur und Geschichte, 64. Jg., Heft 2/2025, S. 18–23
  • • Erich Marcks, Karl Alexander von Müller (Hrsg.): Erinnerungen an Bismarck. Aufzeichnungen von Mitarbeitern und Freunden des Fürsten, Stuttgart/Berlin 1915 – darin Helmuth Frhr. von Maltzahn, S. 89–118
  • • Lutz Mecke, Norman Kühn: Gültz – Schlosspark. Bestandserfassung – Entwurf – Erhaltung, Master-Thesis Hochschule Neubrandenburg, 2011
  • • Hochschule Wismar, Fakultät Gestaltung: Ländliche Gestaltungsräume – Strategien für den Bestand, Modul PM 09 Sanierung und Denkmalpflege, Dossier „Gültzer Schloss – Gültz / Analyse und Information“, Sommersemester 2024 (unveröffentlicht)
  • • Helmuth Frhr. von Maltzahn (1900–1984): Lebenslauf Axel Frhr. von Maltzahns (1868–1931), Typoskript, 7 S. (Privatbesitz, Kopie im Archiv Schloss Gültz)
  • • „Aus den Erinnerungen des H. v. Maltzahn, Gültz“, Folge in der Rubrik „Heimatgeschichtliches“ einer Regionalzeitung, um 1990 (Auszüge aus den Erinnerungen von 1916, Foto: Kurt Krüger)
  • • Christina Weinreich: Bronze-Glocke erklingt wieder, in: Nordkurier, um 2004
  • • Lars Franke: Mit einem Spiegelsaal und zwei Salons – Schloss Gültz bei Altentreptow, Serie „Zu Gast im Schloss", in: Nordkurier, 28./29. Juli 2001 (mit Zitaten aus den Memoiren Helmuth von Maltzahns)
  • • Hubertus Neuschäffer: Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser, Husum 1993
  • • Hugo Lemcke (Hg.): Die Bau- und Kunstdenkmäler des Regierungsbezirks Stettin, Heft I: Der Kreis Demmin, Stettin 1898, S. 23–25 (Kirche Gültz, Fig. 17 Kanzel), S. 14 und 85 (Grabplatte Achim Moltzan, Fig. 12), S. 40, 45, 78 (Prützen, Seltz, Wodarg)
  • • Hans-Heinz Schütt: Auf historischen Spuren – Herrenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin 2001

Nachschlagewerke & Genealogie

  • • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser, Gotha 1848–1942
  • • Deutsches Geschlechterbuch, Band 58: Mecklenburgisches Geschlechterbuch, 1928
  • • Nikolai Scheuring: Liste der Ehrenritter des Johanniterordens 1853–1918, Stand Juli 2021 (Helmuth Frhr. v. Maltzahn auf Gültz 1875; Axel Frhr. v. Maltzahn 20.02.1899; August v. Gadow auf Drechow 16.02.1914; Servatius v. Gerlach auf Rohrbeck 25.02.1918)
  • • Universitätsarchiv Greifswald (Archivportal Ariadne): Jur. Fak. 154 (Ehrenpromotion Helmut Frhr. v. Maltzahn, 18. Jan. 1901); Jur. Fak. 325 („Dr. Freiherr von Maltzahn (Gültz/Abschiedsfeier)“); Theol. Fak. I-85 (Verhandlungen über Ehrenpromotionen 1900/01: Maltzahn u. a.); Theol. Fak. I-110 (Ehrenpromotionen mit Dankschreiben 1920/21, u. a. Helmut Frhr. v. Maltzahn auf Gültz)
  • • Adolf Diestelkamp: Die Historische Kommission für Pommern, in: Zeitschrift für Ostforschung (Mitteilungen); Nils Jörn / Haik Thomas Porada (Hg.): Die Historische Kommission für Pommern 1911–2011, Köln 2013
  • • Dreizehn Moltzansche Geschlechts-Tafeln, Neubrandenburg 1841 (Evers), Tafel 10: jüngere pommersche Linie auf Osten, Sarow, Kummerow und Wolde, u. a. Axel Albrecht v. Moltzan „erscheint 1720, 1729“ und die Brüder Bogislaff Helmuth und Dietrich Christof (1740)
  • • Joh. Friedr. Pries: Die Baumeister Mecklenburgs und ihre Werke, in: Mecklenburg. Zeitschrift des Heimatbundes Mecklenburg 19 (1924), Nr. 1, S. 1–20 (Würdigung Georg Daniels S. 17 f.)
  • • Georg Daniel (1829–1913): Wikipedia, Artikel „Georg Daniel“; Architektenbiografien mit Werkverzeichnis (glass-portal.hier-im-netz.de)
  • • Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon, Band 6, Leipzig 1865
  • • Leopold Freiherr von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie, Berlin 1855
  • • P. Ellerholz: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche, I. Preußen, II. Lieferung: Provinz Pommern, 2. Aufl., Berlin 1884, S. 114–123 (Kreis Demmin)
  • • C. Leuchs: Adressbuch aller Länder der Erde, Bd. 12: Pommern, 7. Ausg. 1885–1888, Nürnberg, S. 59 f.
  • • Pommersches Güter-Adressbuch, Stettin: Friedrich Nagel (Paul Niekammer) 1892, S. 17–25 (Kreis Demmin); Niekammers Güter-Adressbuch Pommern, 8. Aufl. 1928 und Folgeausgabe (wohl 1939)
  • • A. Phillips: Die Reichstags-Wahlen von 1867 bis 1883, Berlin 1883, S. 29 (Wahlkreis Demmin-Anklam) und Abgeordnetenverzeichnis

Amtliche Dokumente

  • • Landesamt für Kultur und Denkmalpflege M-V: Denkmalliste Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, Schwerin 2023
  • • Landkreis Mecklenburgische Seenplatte: Anhörung zur Unterschutzstellung des Schlossparks Gültz, Az. 310/21, 25.03.2021
  • • Denkmalpflegerische Zielstellung für Schloss Gültz, verfasst von den damaligen Eigentümern, Anlage 2 zur Planung des Architektur- und Planungsbüros R. Furchner, Peitz (um 2000)
  • • Landesamt für Kultur und Denkmalpflege M-V: Denkmalinventar, Fotodokumentation Gültz, Geflügelstall (Gut), Film 3880 (März 1995) und Film 8379 (28.08.2001)
  • • Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, untere Denkmalschutzbehörde: Aktenvermerk Ortstermin Gutsanlage Gültz (Gutshaus, Geflügelstall, Eiskeller), 2. März 2023; Schreiben zur Sanierung des Geflügelstalls, Az. 1532/2023-118, 8. Mai 2023
  • • Liegenschaftskataster Mecklenburg-Vorpommern: Flurstücksnachweis Gemarkung Gültz, Flur 14 (Schlossgrundstück)

Historische Kartographie

  • • Königl. Preuß. Landesaufnahme: Messtischblatt 2245 Gültz, Erstausgabe, aufgen. von Prlt. La Baume (1886)
  • • Leibniz-Institut für Länderkunde: Blatt 856 Gültz, Zweite Ausgabe (1898)
  • • McMaster University Library, Kanada: Blatt 2245 Gültz, Kriegsausgabe (1941)
  • • UC Berkeley Library, USA: Blatt 2245 Gültz, Letzte Ausgabe (1944)
  • • Deutsche Digitale Bibliothek / Universität Greifswald: Digitalisierte Messtischblätter
  • • MAPSTER / igrek.amzp.pl (Polen): Topographische Karten Ostdeutschland

Historische Luftbilder

  • • Herder-Institut Marburg: Schrägluftbild-Sammlung, Hansa-Luftbild (1920er–1940er)
  • • Geoportal MV: Digitale Orthophotos 1953, 1991, 2023

Online-Ressourcen

  • • gutshaeuser.de – Dokumentation der Guts- und Herrenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern
  • • baltic-manors.eu – Netzwerk der Baltischen Gutshäuser (MittsommerRemise)
  • • spsg.de – Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (Lenné-Archiv)

Hinweis: Diese Darstellung basiert auf historischen Quellen und wissenschaftlicher Literatur. Für Ergänzungen oder Korrekturen wenden Sie sich bitte an uns.