Schloss Gültz
Wappen von Maltzahn-Gültz
Schloss Gültz
Historisches Herrenhaus · Anno MDCCCLXXII
Sprache · Language · Język
2. Oktober 202611 Min. Lesezeit

Die Pasewalker Kürassiere und die Freiherren von Maltzahn-Gültz

Gültz liegt zwischen zwei Garnisonen: Im Westen ritten die Demminer Ulanen, im Osten, in Pasewalk, standen fast zwei Jahrhunderte lang die Kürassiere der Königin. Mit dem Pasewalker Regiment war die Familie von Maltzahn-Gültz über drei Generationen verbunden – vom Erbauer des Schlosses über seine Söhne bis zu einem Enkel, der noch im Nachfolgeregiment diente. Wir haben zusammengetragen, was sich belegen lässt, und kennzeichnen offen, was noch geklärt werden muss.

Das Regiment der Königin

Das Regiment wurde durch Kabinettsorder vom 2. April 1717 errichtet und am 1. Juni 1717 in Halberstadt in Dienst gestellt, erster Chef war Oberst Achaz von der Schulenburg. Von 1721 bis 1919 lag es mit kurzen Unterbrechungen in Pasewalk – so lange, dass „die Pasewalker Kürassiere“ zum festen Begriff wurde. Seine Namen spiegeln die preußische Geschichte: Unter Chefs aus dem Haus Brandenburg-Bayreuth hieß es „Bayreuth-Dragoner“, später „Ansbach-Bayreuth-Dragoner“. 1806 wurde Königin Luise seine Chefin, das Regiment hieß nun „Königin-Dragoner“; nach ihrem Tod bestimmte der König am 4. August 1810, dass es „für immer“ den Namen „Regiment der Königin“ tragen solle. 1819 wurde es zum Kürassierregiment umgewandelt, seit dem 4. Juni 1860 hieß es Kürassier-Regiment „Königin“ (Pommersches) Nr. 2. Chefinnen waren nacheinander die preußischen Königinnen, darunter Elisabeth (1840–1861), Augusta (1861–1888) und Auguste Viktoria (1888–1919).

Seinen Ruhm begründete der 4. Juni 1745. In der Schlacht bei Hohenfriedberg ritten die Bayreuth-Dragoner eine Attacke, die als eine der berühmtesten der preußischen Reitergeschichte gilt: Sie brachten 67 Fahnen, fünf Kanonen und 2.500 Gefangene ein. Das Datum stand fortan auf dem Bandeau des Helms – „Hohenfriedberg 4. Juni 1745“ –, und das Regimentslied „Auf Ansbach-Dragoner, auf Ansbach-Bayreuth“ wurde auf die Melodie des Hohenfriedberger Marsches gesungen. Die Friedensuniform war prachtvoll: weißer Koller, karmesinrote Abzeichen, silberne Knöpfe und Tressen, dazu der Kürassierhelm aus Tombak.

Das Regiment kämpfte in den Schlesischen Kriegen und im Siebenjährigen Krieg, wurde bei Jena und Auerstedt 1806 fast aufgerieben und stand 1815 bei Ligny und Belle-Alliance. 1866 zog es nach Böhmen und kämpfte bei Königgrätz und vor Preßburg, 1870/71 bei Colombey-Nouilly (14. August) und Gravelotte–St. Privat (18. August) sowie vor Metz und Thionville. Im Frieden bildeten die Pasewalker Kürassiere mit den Demminer Ulanen die 3. Kavallerie-Brigade in Stettin; gemeinsam zogen beide Regimenter 1914 in den Krieg. 1919 wurde das Regiment aufgelöst.

Die Quelle: die „Gedenkblätter der Königin-Kürassiere“

Titelblatt: Gedenkblätter der Königin-Kürassiere mit Nachträgen und Fortsetzung der Personalien aus der Regimentsgeschichte bis 1919, zusammengestellt von von Albedyll, Pasewalk
Titelblatt der „Gedenkblätter der Königin-Kürassiere“, zusammengestellt von Major a. D. von Albedyll, Pasewalk 1919. Digitalisat: Universitätsbibliothek Greifswald / Digitale Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern, Public Domain Mark 1.0.

1919, nach der Auflösung des Regiments, legte Major a. D. Krister von Albedyll in Pasewalk die „Gedenkblätter der Königin-Kürassiere“ vor – eine Fortsetzung der großen Regimentsgeschichte von Georg von Albedyll mit den Personalien aller Offiziere, auch der Reserveoffiziere seit 1868. Die Universitätsbibliothek Greifswald hat das Heft digitalisiert. Es nennt die Gültzer Maltzahns mit ihren vollen Taufnamen und Dienstdaten und klärt damit, was bisher offen war.

Der Bauherr: 1866 und 1870/71 bei den Königin-Kürassieren

Ovales Bildnis: Helmuth Freiherr von Maltzahn mit Vollbart im weißen Koller der Kürassiere, die Hände auf den Pallasch gestützt
Helmuth Freiherr von Maltzahn-Gültz in der Uniform der Königin-Kürassiere – weißer Koller, Bandelier, Pallasch. Abbildung aus der unveröffentlichten Familienchronik „Gültz – Aus dem Leben meiner Vorfahren“ (Privatbesitz).

Helmuth Ludwig Wilhelm Freiherr von Maltzahn (1840–1923), der Erbauer von Schloss Gültz, diente sein Jahr als Einjährig-Freiwilliger 1859/60 beim 2. Garde-Ulanen-Regiment in Berlin und wurde 1861 Leutnant der Landwehr-Kavallerie. Als das Kürassier-Regiment „Königin“ am 4. Mai 1866 mobil gemacht wurde, wurde er noch am selben Tag zum Regiment eingezogen; am 23. Mai ritten die Kürassiere aus Pasewalk aus, verluden in Angermünde auf die Bahn und kämpften in Böhmen, am 10. September kehrten sie zurück. 1868 wurde Maltzahn zu den Reserveoffizieren des Regiments versetzt.

Am 16. Juli 1870 wurde er erneut zum Regiment eingezogen und zog mit ihm nach Frankreich. Am 28. November 1870 wurde er bei Beaune-la-Rolande schwer verwundet – daher die Versteifung des Arms, die ihm blieb. Für den Feldzug erhielt er das Eiserne Kreuz II. Klasse; im November 1871 schied er mit Pension aus dem Heeresdienst aus. Während er im Feld stand, ruhte die Baustelle in Gültz: Das Haus stand unter Dach, die Fenster waren zugemauert. 1895 erhielt er die Erlaubnis, wieder die Uniform der Reserveoffiziere seines Regiments zu tragen.

Die Söhne: drei Reserveoffiziere

Die Gedenkblätter halten eine schöne Einzelheit fest: 1897 trugen der Vater und seine drei Söhne gleichzeitig die Uniform des Regiments. Alle drei Söhne dienten bei den Königin-Kürassieren und wurden dort Offiziere:

Vier Männer in weißen Kürassierkollern mit Bandelier und Pallasch nebeneinander stehend, der zweite von links mit Helm, der dritte mit Orden: Helmuth Freiherr von Maltzahn mit seinen Söhnen Gerhard, Axel und Helmuth
Der Bauherr mit seinen drei Söhnen in der Uniform der Königin-Kürassiere – von links: Gerhard (später Wodarg), Axel (Gültz), der Vater Helmuth mit seinen Orden, Helmuth (später Schossow). Wohl um 1897, als alle vier zugleich die Uniform des Regiments trugen. Abbildung aus der unveröffentlichten Familienchronik „Gültz – Aus dem Leben meiner Vorfahren“ (Privatbesitz).
  • Axel Ludwig Julius (1868–1931), später Landrat in Grimmen und Herr auf Gültz: Einjährig-Freiwilliger 1890/91, 1891 Leutnant der Reserve, 1900 Oberleutnant, 1908 Rittmeister. Im August 1914 übernahm er die Infanterie-Munitionskolonne 2 des II. Armeekorps und führte zeitweise die Gefechtsstaffel der 3. Infanterie-Division; 1915 wurde er für das Landwirtschaftsministerium freigestellt (Stationen Axel von Maltzahns).
  • Helmuth Gustav Ferdinand Friedrich (1870–1959), Landrat in Prenzlau und später Herr auf Schossow: Einjährig-Freiwilliger 1893/94, 1895 Leutnant der Reserve, 1906 Oberleutnant, 1912 Rittmeister. 1914/15 war er Kommandeur der Stabswache und Kommandant des Hauptquartiers des XXIII. Reservekorps in Flandern.
  • Gerhard Adolf (1877–1945), Herr auf Wodarg: Er war aktiver Offizier im Regiment und trat 1904 zu den Reserveoffizieren über; 1913 Rittmeister. Im Ersten Weltkrieg war er Ordonnanzoffizier im Stab der 3. Infanterie-Division, dann beim Generalkommando 56 und führte ab 1917 ein Bataillon im Landwehr-Infanterie-Regiment 74. Er erhielt das Eiserne Kreuz I. Klasse und das Ritterkreuz mit Schwertern des Hausordens von Hohenzollern. Damit ist auch geklärt, dass der „Gerhard Adolph“ der Offiziersliste der Gültzer Sohn ist.
Handschriftlicher Eintrag mit blauer Tinte: Am 11. Oktober 1914 ist dann Helmuth als letzter meiner Söhne in den Krieg nach Frankreich gezogen, unterschrieben Gültz 26. Oktober 1914, Helmuth Ludwig Wilhelm Maltzahn-Gültz
Eintrag des Schlossbauherrn vom 26. Oktober 1914, in einer späteren handschriftlichen Abschrift aus dem Familienkreis. Archiv Schloss Gültz.

Im Herbst 1914 hielt der Vater in Gültz fest, wie viele aus der Familie im Feld standen: „Am 11. Oktober 1914 ist dann Helmuth als letzter meiner Söhne in den Krieg nach Frankreich gezogen. Es stehen jetzt meine 3 Söhne, 2 Schwiegersöhne und 3 Enkel Gadow’s, außerdem 2 Söhne und 2 Enkel meiner sel. Schwägerin Beczwarzowsky bei den Truppen, davon 3 noch im Lande, die übrigen vor dem Feind.“ Der Eintrag schließt ganz im Ton jener ersten Kriegsmonate: „Der Allmächtige Gott wolle sie Alle in Seinen Schutz nehmen und unserem Kaiser und Vaterlande in diesem uns aufgezwungenen … Kriege mit Seiner Hilfe nahe sein, daß wir auch gegen eine Welt von Feinden unsere Ehre, unser Land und Volk und unser vor einem halben Jahrhundert erkämpftes und seitdem in Frieden bewahrtes Deutsches Reich aufrecht zu erhalten vermögen.“ Unterschrieben ist er „Gültz 26 Oktober 1914, Helmuth Ludwig Wilhelm Maltzahn-Gültz“.

Handschriftliche Liste: Regiment der Gardes du Corps Potsdam, Garde-Kürassier-Regiment Berlin, Kürassier-Regimenter Nr. 1 bis 8 mit Garnisonen
Arbeitsnotiz aus dem Familienarchiv: die preußischen Kürassier-Regimenter mit Garnisonen – darunter Nr. 2 „Königin“ in Pasewalk, Chef: Ihre Majestät die Königin. Archiv Schloss Gültz.

Die Enkel: bis zum letzten Tag – und darüber hinaus

Auch die dritte Generation stand im Regiment: Unter den Fahnenjunkern, die am 9. November 1918 beim Regiment waren, nennen die Gedenkblätter Helmuth Ludwig Joachim Freiherr von Maltzahn – Axels ältesten Sohn (1900–1984), den späteren letzten Gutsherrn auf Gültz. Damit standen drei Generationen der Gültzer Familie bei den Königin-Kürassieren.

Nach 1919 übernahm in der Reichswehr die 1. Eskadron des 6. (Preußischen) Reiter-Regiments in Pasewalk die Tradition des Regiments. Hier begann 1931 Günther Freiherr von Maltzahn (1910–1953) seine militärische Laufbahn – ein Sohn Gerhards, geboren in Wodarg. 1935 wechselte er zur Luftwaffe.

Maltzahns in Pasewalk – eine weitverzweigte Familie

Die Offiziersliste des Regiments nennt dreizehn Angehörige der Familie aus den Jahren 1717 bis 1919. Mindestens fünf davon gehören zum Haus Gültz – der Bauherr, seine drei Söhne und sein Enkel. Die übrigen stammten aus anderen Häusern der großen Familie; die Liste zeigt, wie eng der vorpommersche Adel mit „seinem“ Regiment in Pasewalk verbunden war.

Bilder aus der Garnison Pasewalk

Weitere historische Fotografien zeigen die Kaserne mit ihrer neugotischen Backsteinarchitektur, die Reiter in Parade- und Dienstuniform und ein Bild, das sich mithilfe der Gedenkblätter sicher bestimmen lässt.

Großes Gruppenbild vor einem Backsteinportal mit Rosettenfenster: Kürassiere in weißen Kollern und dunklen Waffenröcken, vorn ein Schild „Reserve der 5 Escadron Kürass. Regt. Königin Pomm. Nr. 2 1900–1903“ zwischen zwei Fässern, links und rechts je ein Kürassier in Paradeuniform mit Helm und Kürass
„Reserve der 5. Escadron, Kürass. Regt. Königin Pomm. Nr. 2, 1900–1903“: Erinnerungsbild der Mannschaften, die nach drei Dienstjahren 1903 zur Reserve entlassen wurden, vor dem Portal der Pasewalker Kaserne. Am Rand je ein Kürassier in Paradeuniform mit Kürass, vorn sitzend die Unteroffiziere im Waffenrock. Fotograf unbekannt, 1903, gemeinfrei.

Solche Reservistenbilder ließ jeder Jahrgang zum Abschied anfertigen: Bei der Kavallerie dauerte die aktive Dienstzeit drei Jahre, danach gingen die Männer „zur Reserve“. Schild, Fässer und Krüge gehören zum festen Bildprogramm – die Aufnahme war ein Andenken für jeden Einzelnen und hing später in vielen Bauernstuben Vorpommerns.

Kürassier im weißen Koller mit Helm und Lanze mit Fähnchen auf einem dunklen Pferd mit weißen Fesseln auf einem sandigen Reitplatz, dahinter lange Backsteinkasernen; oben ein runder Prägestempel der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin
Kürassier im weißen Koller mit Lanze auf dem Reitplatz vor den Kasernengebäuden. Im Himmel der Trockenstempel „Koenigl. Porcellan Manufactur Berlin“. Fotograf unbekannt, nach 1890, gemeinfrei.
Berittener Kürassier mit Schnurrbart im dunklen Waffenrock mit Helm, weißem Bandelier und Pallasch auf einem dunklen Pferd, dahinter Kasernen- und Stallgebäude aus Backstein; Prägestempel der KPM Berlin
Kürassier im dunklen Waffenrock mit Pallasch auf demselben Reitplatz – nach den Ärmelaufschlägen vermutlich ein Unteroffizier. Ebenfalls mit dem Prägestempel der KPM Berlin. Fotograf unbekannt, um 1890/1900, gemeinfrei.

Die beiden Reiterbilder tragen den runden Trockenstempel der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin mit dem preußischen Adler. Das legt nahe, dass die Abzüge aus dem Bestand der KPM stammen. Die Manufaktur schuf auch Porzellan mit militärischen Motiven, und Fotografien dienten den Malern als Vorlage. Ob diese beiden Aufnahmen für ein bestimmtes Stück gemacht wurden, ist nicht belegt. Auch der Ort ist nicht ausdrücklich bezeichnet: Die langen Backsteinbauten mit Rundfenstern im Giebel entsprechen der Pasewalker Kürassierkaserne, wie sie auf den Aufnahmen von 1911 zu sehen ist.

Bemerkenswert ist die Lanze in der Hand eines Kürassiers. Ab 1890 erhielt die gesamte deutsche Kavallerie – nicht mehr nur die Ulanen – die Stahlrohrlanze. Die Aufnahme ist damit nicht vor 1890 entstanden.

Atelierbildnis eines jungen Kürassiers mit Helm, weißem Koller, Kürass mit Adlerplatte, Schuppenketten, Bandelier und Pallasch
Atelierbildnis eines jungen Kürassiers in Paradeuniform: weißer Koller mit Kragenlitzen, Kürass mit Adler, Schuppenketten, Kartusche und Pallasch. Der Name ist nicht überliefert. Fotograf unbekannt, um 1900, gemeinfrei.
Kniestück: Kronprinz Wilhelm von Preußen mit Kürassierhelm, Ringkragen und Bandelier, die linke Hand in die Hüfte gestützt, die rechte am Degen, vor dunklem Grund
Kronprinz Wilhelm von Preußen (1882–1951) in Kürassieruniform mit Ringkragen. Fotograf unbekannt, gemeinfrei. Dieselbe Aufnahme bringen die Gedenkblätter der Königin-Kürassiere 1919 als ganzseitige Tafel mit der Unterschrift „Wilhelm, Kronprinz des Deutschen Reiches und von Preußen“.

Die Gedenkblätter enthalten zwei weitere Aufnahmen aus dem Regimentsleben, die hier nach dem Digitalisat der Universitätsbibliothek Greifswald gezeigt werden. Die erste zeigt die Offiziere der 5. Eskadron im Juni 1911 vor der Kaserne. Unter ihnen ist Oberleutnant Oskar Prinz von Preußen, ein Sohn Kaiser Wilhelms II., der damals in der Eskadron Dienst tat.

Sechs berittene Offiziere mit Helm und Kürass nebeneinander auf dem Kasernenhof, links ein Backsteinbau mit Rundfenster; darunter die Namen: Oblt. Gr. v. Platen-Hallermund, Lt. v. Buggenhagen (Gerd), Oblt. Oskar Prinz von Preußen, Rittm. v. Albedyll, Lt. d. Res. v. Enckevort, Lt. Heinrich XXXVIII. Prinz Reuß
„Die Offiziere der 5. Eskadron im Juni 1911“ – von links: Oblt. Graf v. Platen-Hallermund, Lt. v. Buggenhagen (Gerd), Oblt. Oskar Prinz von Preußen, Rittm. v. Albedyll, Lt. d. Res. v. Enckevort (gef. 4.9.1914), Lt. Heinrich XXXVIII. Prinz Reuß (gef. 21.3.1918). Aus: Gedenkblätter der Königin-Kürassiere, Pasewalk 1919. Digitalisat: Universitätsbibliothek Greifswald / Digitale Bibliothek MV, Public Domain.
Gruppenbild von rund vierzig Offizieren in Felduniform auf der Freitreppe vor dem efeuberankten Säulenportal des Offizierskasinos in Pasewalk, darunter die Namensliste
„Vor dem Kasino am Abend des 2. August 1914“ – das Offizierkorps am zweiten Mobilmachungstag, kurz vor dem Ausmarsch. Aus: Gedenkblätter der Königin-Kürassiere, Pasewalk 1919. Digitalisat: Universitätsbibliothek Greifswald / Digitale Bibliothek MV, Public Domain.

Die zweite Aufnahme entstand am Abend des 2. August 1914, dem zweiten Mobilmachungstag, vor dem Offizierskasino. Die Namensliste darunter nennt auch einen „Lt. d. Res. Frhr. v. Maltzan“. Einer der Gültzer Söhne kann das nicht sein: Axel, Helmuth und Gerhard waren 1914 bereits Rittmeister der Reserve. Gemeint ist ein Angehöriger eines anderen Hauses der Familie. Hinter vielen Namen der Liste steht ein Kreuz mit dem Todesdatum – von den Offizieren auf der Treppe fiel ein großer Teil im Krieg.

Spuren heute

In Viereck bei Pasewalk trägt die Kaserne des Panzergrenadierbataillons 411 den Namen „Kürassier-Kaserne“, und das Bataillon begeht am Jahrestag der Schlacht den „Hohenfriedberg-Tag“. Wer von Gültz aus eine Ausfahrt zu den alten Garnisonen plant, findet in Pasewalk und Demmin zwei Städte, deren Geschichte ohne ihre Reiter nicht zu erzählen ist – mehr zu Demmin in unserem Beitrag Die Demminer Ulanen und Schloss Gültz.

Besitzen Sie Fotos, Ranglisten oder Briefe der Pasewalker Kürassiere mit Bezug zur Familie von Maltzahn-Gültz – etwa weitere Bilder der Gültzer Maltzahns im weißen Koller oder Hinweise auf die Personen der Fotos oben? Wir freuen uns über jeden Hinweis: schlossgueltz@gmx.de

Quellen: Eintrag Helmuth Frhr. v. Maltzahn-Gültz, Gültz 26.10.1914, spätere handschriftliche Abschrift (Archiv Schloss Gültz); [Krister] von Albedyll (Zusammenst.), Gedenkblätter der Königin-Kürassiere mit Nachträgen und Fortsetzung der Personalien aus der Regimentsgeschichte bis 1919, Pasewalk 1919 (Digitalisat: Universitätsbibliothek Greifswald / Digitale Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern, PPN1832524388, Public Domain Mark 1.0) – Verzeichnis der Reserveoffiziere 1868–1919, Personalien II Nr. 4, 58, 69, 91 und I Nr. 775, Fahnenjunker 1918, Bildtafeln „Wilhelm, Kronprinz des Deutschen Reiches und von Preußen“, „Vor dem Kasino am Abend des 2. August 1914“ und „Die Offiziere der 5. Eskadron im Juni 1911“; ders., Die alte Garnisonstadt Pasewalk, Pasewalk 1925 (ebd., PPN1932650121); Georg von Albedyll, Geschichte des Kürassier-Regiments Königin (Pommersches) Nr. 2, 2 Teile, Berlin 1896–1904; Friedrich Birkholz, „Maltzahn-Gültz, Helmuth Freiherr von“, Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen; Pommersche Lebensbilder II, Stettin 1936, S. 266–280; Institut Deutsche Adelsforschung, „Offizierkorps des Kürassier-Regiments Königin 1717–1919“, adelsquellen.de; Wikipedia, Artikel „Kürassier-Regiment ‚Königin‘ (Pommersches) Nr. 2“ und „Günther von Maltzahn“ (abgerufen 02.10.2026); Bundeswehr, Panzergrenadierbataillon 411, Viereck.

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