Axel Freiherr von Maltzahn (1868–1931) war der älteste Sohn des Schlossbauherrn Helmuth von Maltzahn und nach ihm Herr auf Gültz. Ein Lebenslauf aus dem Familienkreis erlaubt es, seine Stationen nachzuzeichnen; wir geben sie hier in knapper Form wieder.

Herkunft und Ausbildung
Axel wurde am 17. Februar 1868 in Gültz geboren, noch im alten Fachwerkhaus. Dessen Mittelbau wurde nach der Vollendung des neuen Herrenhauses abgerissen, um Platz für die Zufahrt zum Gutshof zu schaffen – weshalb Axel nach seinem Geburtsort gefragt gern antwortete: „Auf der Landstraße.“ Er besuchte das Katharineum in Lübeck und das Joachimsthalsche Gymnasium in Berlin, wo er 1886 das Abitur ablegte, und studierte die Rechte in Heidelberg und Berlin.

Einjährig-Freiwilliger in Pasewalk
Seine Dienstpflicht leistete er als Einjährig-Freiwilliger beim Kürassier-Regiment „Königin“ (Pommersches) Nr. 2 in Pasewalk ab – dem Regiment, bei dem schon sein Vater 1866 gedient hatte (mehr zu den Pasewalker Kürassieren).
Im Staatsdienst

Nach Referendarstationen in Düsseldorf und Stettin und Assessorjahren in Köslin und Bergen auf Rügen wurde er 1900 Landrat des Kreises Grimmen (kommissarisch ab Januar 1900, endgültig ab September 1901). In seine Amtszeit fielen unter anderem der Hafenbau in Stahlbrode und die Nebenbahn nach Loitz, eröffnet 1906 (mehr zu Bahn und Gütern der Familie). 1910/11 beschäftigte ein Prozess mit dem liberalen Gutsbesitzer Arthur Becker, der dem Landrat parteiische Amtsführung vorwarf, Reichstag und preußisches Abgeordnetenhaus; Axel schied 1911 aus dem Amt. 1912 wechselte er an das Oberpräsidium in Magdeburg, kurz vor dem Ersten Weltkrieg als Geheimer Oberregierungsrat und Vortragender Rat an das Preußische Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten in Berlin. 1898 hatte er Helene-Luise von Platen aus dem Haus Poggenhof auf Rügen geheiratet.
Im Ersten Weltkrieg
Bei Kriegsbeginn rückte er als Rittmeister der Reserve und Kommandeur einer Munitionskolonne ins Feld, zunächst im Westen, nach der Marneschlacht in Polen, und erhielt das Eiserne Kreuz. 1915 wurde er ins Ministerium zurückgerufen, wo er sich vor allem Fragen der Ernährungslage widmete. Nach dem Ende der Monarchie schied er 1918 aus dem Staatsdienst aus.
Herr auf Gültz
1919 übernahm Axel die Güter Gültz und Hermannshöh, lebte zunächst in Hermannshöh und zog 1923 nach Gültz. Daneben war er in kirchlichen Gremien und im Johanniterorden tätig, zuletzt als Ehrenkommendator. Er war vielseitig gebildet, musikalisch und ein passionierter Jäger. Axel von Maltzahn starb am 3. März 1931 in Gültz und wurde im Erbbegräbnis der Familie beigesetzt. Gutsherr wurde später sein ältester Sohn Helmuth (1900–1984) – mehr dazu in unserem Beitrag Die letzte Zeit in Gültz – 1944/45.
Der Abschied im März 1931
Die Ansprachen, die der Gültzer Pastor bei der Beerdigung hielt, sind als Abschrift erhalten. Sie wurden in drei Teilen gehalten: im Haus für die Familie, für die Gemeinde und in der Kirche. Sie zeichnen ein persönlicheres Bild, als es Akten können. Vier Monate hatte Axel schwer krank gelegen; die Ansprache tröstet die Witwe nach „33jähriger“ Ehe. Über seine Amtszeit heißt es: „12 Jahre in Grimmen haben seinem weichen Herzen manche Wunde geschlagen.“ Danach kamen Krieg und Revolution, und das Erbe, das er antrat, „war nicht leicht“.
Als Gutsherr, so der Pastor, habe er „immer auf das Wohl seiner Leute bedacht“ gehandelt, oft weit über das Maß seiner Verpflichtung hinaus. Als Kirchenpatron fehlte er nie im Gottesdienst und in den Sitzungen des Gemeindekirchenrats, war Mitglied der Provinzialsynode und schrieb für seine Kinder sogar eine Auslegung des Katechismus. Vor allem erinnerte der Pastor an die neuen Kirchenglocken, die Axel gestiftet hatte: „Das war für ihn ein großes Opfer, aber er hat es gern und mit Freuden gebracht.“ Eine der Glocken trug den Spruch „Land, Land, Land, höre des Herrn Wort“. Wie schon sein Vater 1878 für Utzedel (Zwei Glocken für Utzedel) hatte er damit der Kirche ein Geläut hinterlassen.
Im Johanniterorden war er Ehrenkommendator und „Werkmeister“; als er sein Amt vom Krankenbett aus niederlegte, schrieb ihm der Herrenmeister, seine Arbeit sei nicht zu entbehren. Die Kronprinzessin schickte dem Kranken mit einem Gruß ihr Bild. Das Demminer Tageblatt schrieb zu seinem Tod: „Der Kreis Demmin verliert in ihm einen aufrechten kerndeutschen Mann.“ Mit der Republik, so die Predigt, habe er nie seinen Frieden gemacht – er blieb, ganz Kind seiner Zeit und seines Standes, der Monarchie treu. Den Text für die Trauerfeier in der Kirche hatte er selbst gewählt: „Es ist ein köstlich Ding, daß das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade“ (Hebräer 13,9).
Quellen: Ansprachen bei der Trauerfeier für Axel Frhr. v. Maltzahn-Gültz, März 1931, maschinenschriftliche Abschrift (Familienbesitz, Kopie im Archiv Schloss Gültz); Lebenslauf Axel Frhr. von Maltzahns, verfasst von seinem Sohn Helmuth Frhr. von Maltzahn (1900–1984), Typoskript (Privatbesitz), in eigenen Worten zusammengefasst; Wikipedia, Artikel „Axel von Maltzahn (Landrat, 1868)“ und „Arthur Becker (Politiker, 1862)“; Rolf Jehke, Landratsliste Kreis Grimmen (territorial.de); Lysbeth W. Muncy, Central European History 6 (1973), S. 299–338.